630 000 Euro kostet er laut Ausschreibung, der zweite Bauabschnitt der Dorferneuerung in Oberleiterbach. Er erstreckt sich von der Kleukheimer Straße und damit der Ortsmitte bis in den Eichenweg in Höhe des Gemeinschaftshauses. Ab Juni rollen die Bagger und Laster für dieses Projekt - doch auch jetzt schon wird gebaut im Ort, wie Erster Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ) bei einer Informationsveranstaltung im Gemeinschaftshaus ausführte. Der Markt Zapfendorf lässt im Bereich des zweiten Abschnitts der Dorferneuerung die Trinkwasserleitung erneuern.
Das Interesse am Treffen zur Dorferneuerung war groß. Rund ein Viertel der Bürger des Ortes waren erschienen, um Details zu erfahren. Bauoberrat Reinhard Sponsel vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) und zudem Vorsitzender des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft (TG) der Dorferneuerung, blickte aber zunächst zurück auf das Erreichte. Der erste Teil der Dorferneuerung war bereits im Jahr 2014 ausgeführt und abgenommen worden. Im vergangenen Jahr wurde lediglich die Brücke über den Leiterbach im Bereich der Kleukheimer Straße erneuert. Von Mitte April bis Mitte Dezember war die Hauptdurchfahrtsstraße dafür gesperrt.
Ausgeschrieben wurde der zweite Bauabschnitt der Dorferneuerung bereits im Juli 2015. Da das Submissionsergebnis für die Beteiligten unzureichend war, wurde die Ausschreibung im September aufgehoben. Im Januar schrieben der Markt Zapfendorf und das Amt für Ländliche Entwicklung erneut aus - und diesmal getrennt. Mit der Folge, dass die Bauarbeiten im Ort wohl länger dauern, wenngleich die Maßnahmen ineinander übergehen. Von März bis 24. Juni ist es zunächst die Erneuerung der Trinkwasserleitung.


Attraktiver Platz

Bauoberrat Reinhard Sponsel und Technischer Amtmann Jürgen Endreß (beide ALE) stellten die einzelnen Projekte der Dorferneuerung vor. So werden die Ortsstraßen Kleukheimer Straße, Leuchtersbrunnen (zum Großteil) und Kastanienweg ausgebaut (und die Bürger gemäß Straßenausbau-Beitragssatzung finanziell beteiligt), wobei die Häuser eine Strom-Erdverkabelung erhalten und die unschönen Dachständer dann bald der Vergangenheit angehören. Am Gemeinschaftshaus am Eichenweg wird ein attraktiver Platz gestaltet, der zum Verweilen einladen soll. Ebenso wird der Leiterbach im zentralen Innerortsbereich renaturiert: Nach dem "Modell Horsdorf" werden im Bereich Kleukheimer Straße/Leuchtersbrunnen Sitzstufen am Ufer installiert, Steine in das (jetzt noch betongefasste) Bachbett gelegt und es dadurch erlebbar gemacht. Darüber hinaus werden die Hausanschlüsse für Regenwasser erneuert und ein Leerrohr für Kommunikationstechnik gelegt.
Die Firma Straßen- und Asphaltbau Rennsteig GmbH aus Suhl hat für den Bauabschnitt bis Dezember Zeit. Bei den Pflanzmaßnahmen, so versprachen die Referenten, werden die Grundstückseigentümer miteinbezogen. Auch, um sie so für die Pflege der öffentlichen Pflanzbeete zu gewinnen.
Neben den Fördermitteln für öffentliche Maßnahmen, betonte TG-Vorsitzender Sponsel, gebe es auch Möglichkeit der Förderung privater Maßnahmen in der Dorferneuerung. 15 bis 30 Prozent der Nettokosten seien bei Erneuerungen von privaten Anwesen mit ihren Gebäuden, Hofräumen und Vorgärten möglich. Diese prägten ja auch in besonderem Maße das Erscheinungsbild eines Dorfes. Voraussetzung ist, dass vor Beginn der Arbeiten die Zustimmung des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken vorliegt.
Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Antragsteller eine Beratung durch kompetente Fachleute vom ALE Oberfranken beziehungsweise durch den Architekten. Informationen gebe es, auch in schriftlicher Form, beim Amt - Sachgebiet Dorferneuerung. "Die Dorferneuerung nur auf eine Neugestaltung und damit verbundene Aufwertung der öffentlichen und gemeinschaftlichen Bereiche zu beschränken, ist ein unzureichender Ansatz", bekräftigte Sponsel. "Nur wenn die angrenzenden Hauseigentümer sich mit privaten Maßnahmen anschließen, kann eine Dorferneuerung insgesamt gelingen."


Ringweg um das Dorf

Geplant ist auch noch ein dritter Bauabschnitt, der sich nach Hoffnung der Oberleiterbacher Bürger alsbald anschließen soll. Er enthält nämlich wichtige Maßnahmen zum Hochwasserschutz: Der Leiterbach soll noch ein Stück weiter in Richtung Peusenhof renaturiert werden, der höchst problematische Durchlass am Peusenhofer Weg ersetzt und ein Regenrückhaltebecken außerhalb der Bebauung angelegt werden. Ein Ringweg um das Dorf soll auswärtige Landwirte mit ihren großen Schleppergespannen animieren, die Ortsmitte zu umfahren. Ferner werden die Ortseingänge ansprechend gestaltet und der Wirtschaftsweg vom Friedhof bis zur Einsiedler-Ivo-Straße ertüchtigt, führten Reinhard Sponsel und Jürgen Endreß aus.