von unserem Redaktionsmitglied Ramona Popp

Kreis Lichtenfels — Im Nachbarlandkreis Kronach ist der Winternotfallplan ein Stück weit Realität geworden. Für eine Gruppe von 50 Asylbewerbern hat die Regierung von Oberfranken Kapazitäten eingefordert. Auch im Landkreis Hof mussten Notfallunterkünfte in Anspruch genommen werden.
Ob und wann dieser Schritt auch im Landkreis Lichtenfels ansteht, ließ die Pressestelle der Regierung gestern noch offen. Man müsse aber davon ausgehen, dass noch weitere Landkreise gefordert werden.
Die Entwicklung der Asylbewerberzahlen im ersten Halbjahr 2015 habe es erforderlich gemacht, dass in Oberfranken einige der Notunterkünfte in Betrieb genommen werden mussten. In den letzten drei Monaten seien die Zugangszahlen in Bayern weiter massiv angestiegen. Auch im Landkreis Lichtenfels kann der bestehende Notfallplan jederzeit aktiviert werden. Darin wurde die Turnhalle der Berufsschule als vorübergehende Unterkunft für bis zu 130 Personen festgelegt.Vereine, die die Halle für ihren Sport nutzen, sind informiert und gebeten worden, sich im Bedarfsfall solidarisch zu zeigen. Nach einer entsprechenden Aufforderung durch die Bezirksregierung hat der Landkreis acht Tage Zeit, Schlafplätze einzurichten sowie eine Versorgung und Betreuung zu organisieren.Noch gibt es am Landratsamt aber keine solche Anordnung, wie Pressesprecher Andreas Grosch am Dienstag mitteilte.
Die Regierung geht bei den Notunterkünften von einer Nutzungsdauer von etwa sechs Wochen aus. Seit mehreren Monaten kommen pro Woche jeweils neun Flüchtlinge in den Landkreis Lichtenfels. Anfang Juli waren es ingesamt 420. Bis Ende des Jahres dürften dann bis zu 600 Asylbewerber hier leben.