von unserer Mitarbeiterin 
Katharina Müller-Sanke

Kulmbach — Wenn zwei sich streiten - muss oft ein Dritter eingreifen. Im Falle von Schülern sind das oft die Lehrer. Dann wird - quasi von oben herab - geschlichtet. In drei Schulen im Landkreis Kulmbach soll das nun anders gehen. Nämlich mit ausgebildeten Schreitschlichtern. 23 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen von der Kulmbacher Hans-Edelmann-Schule sowie aus den Mittelschulen in Stadtsteinach ( Untersteinach, Marktleugast) sind in dieser Woche zu Streitschlichtern ausgebildet worden. Als die Schüler an den Schulen vom Angebot der Geschwister-Gummi-Stiftung erfahren haben, waren viele gleich Feuer und Flamme. An die 50 Bewerbungen für das zweitätige Seminar haben die Jugendsozialarbeiter an den Schulen erhalten. Knapp die Hälfte davon wurde ausgewählt. Durchgeführt wurde das Seminar von Katharina Cordes, Janina Heuberger und Jennifer Baumüller, die an den drei Schulen von der Geschwister-Gummi-Stiftung als Jugendsozialarbeiter eingesetzt sind. Im Seminar lernen die Kinder, wie sie durch Gespräche kleinere Konflikte entschärfen können.
Gerade wird ein Schlichtungsgespräch nachgestellt. Max und Miriam streiten sich im Spiel, Sebastian und Annika wollen schlichten. "Wir versuchen, eine Lösung zu finden, die für beide Parteien in Ordnung ist", so Annika. "Wichtig ist auch, dass man nur mit ruhigen Worten versucht, den Streit beizulegen," ergänzt Marie. Am Ende wird ein Schlichtungsvertrag aufgesetzt und unterzeichnet. Die Streitschlichter sind dabei keine Richter. Sie entscheiden nicht, wer Recht hat und wer nicht, sie dürfen auch keine Strafen geben. Sie stellen Fragen und versuchen, die Konfliktparteien selbst auf eine Lösung zu bringen. Gar nicht so einfach. Aber äußerst wichtig, davon sind die Teilnehmer überzeugt. "Fälle von Mobbing, zum Beispiel über Whatsapp oder Facebook kommen öfters vor. "Ich war davon selbst schon mal betroffen", so Sebastian. Damals musste sogar die Polizei kommen. "Wenn es da schon Streitschlichter gegeben hätte, hätten wir das vielleicht selbst lösen können." Auch Max kennt ein Beispiel. "Bei uns hat ein Junge einer Klassenkameradin eine Brotzeitbox hinterhergeworfen. Die Box ging kaputt und er hat behauptet, das Mädchen hätte sie kaputtgemacht." Über so etwas zu streiten bringt eigentlich gar nichts, da sind sich alle einig.
Besser ist es doch, wenn man sich zusammensetzt und eine Lösung sucht. Und im Notfall sind die Jugendsozialarbeiter ja auch noch da.