von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Kreis Haßberge — Derzeit sind es durchschnittlich 16 Asylbewerber pro Woche, die in den Kreis Haßberge kommen. Für Landrat Wilhelm Schneider (CSU) steht außer Frage, dass man diesen Menschen, "die in Not geraten sind", helfen muss. Die Mitglieder des Kreisausschusses des Kreistags Haßberge teilten diese Auffassung einhellig, wie bei der Sitzung am Montag in Haßfurt deutlich wurde.
Hier informierte Sozialamtsleiter Dieter Sauer über die aktuelle Flüchtlingspolitik - konkret über den Notfallplan für Asylbewerber, den die baye rische Staatsregierung Ende Oktober herausgegeben hat. Dabei geht es darum, dass Flüchtlinge schnell untergebracht werden können, sollten die üblichen Erstaufnahmestellen überlaufen sein. Würden etwa mit einem Schlag sehr viele Asylbewerber hierzulande eintreffen, sollen genügend Ausweichquartiere zur Verfügung stehen. Dazu leistet der Landkreis Haßberge seinen Beitrag, indem er zum Beispiel Turnhallen zur Verfügung stellt. Vorgesehen sind etwa die Sporthalle West am Schulzentrum Haßfurt oder auch die Turnhalle in Sand sowie weitere Hallen im Landkreis.
Die Sporthalle am Haßfurter Schulzentrum etwa könnte als Durchgangsunterbringung dienen, wo Asylbewerber dann untersucht und letztlich auf weitere Stellen im Landkreis möglichst dezentral verteilt würden. Laut Sauer existiert für solch einen Fall derzeit eine Art Verwaltungsentwurf, der umgesetzt werden könnte. Der Entwurf soll weiter zum konkreten Plan ausgearbeitet werden. Fest steht: "Wir sind handlungsfähig", sagte Sauer.
Allerdings hält der Sozialamtsleiter es für nicht sehr wahrscheinlich, dass der Notfall eintritt. "Ich gehe nicht davon aus, dass auf einen Schlag 150 Personen in den Landkreis kommen", sagte er. Ein realistisches Szenario sei, dass der Landkreis mal einen Bus bekomme mit Flüchtlingen, die kurzfristig untergebracht werden müssen. Darauf sei man vorbereitet. Der Landkreis Haßberge stellt derzeit 280 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung.

Willkommenskultur

Wegen der vielen Krisenherde, etwa im Nahen Osten, aber auch in vielen Teilen Afrikas, gibt es derzeit vermehrt Flüchtlinge, die Hilfe in Ländern der Europäischen Union, insbesondere in Deutschland suchen. Die Staatsregierung prägte in diesem Zusammenhang den Begriff "Willkommenskultur" und will die Bevölkerung dazu bewegen, sich mit dem Flüchtlingsthema auseinanderzusetzen und ankommende Asylbewerber freundlich aufzunehmen.
Immer wieder wird das Thema Asyl - auch im Landkreis Haßberge - kontrovers diskutiert. So gibt es viele freiwillige Helfer, die die Asylbewerber durch persönlichen Einsatz unterstützen, aber auch kritische Stimmen werden laut - besonders, wenn es um die sogenannten Gemeinschaftsunterkünfte geht (hier werden viele Flüchtlinge zentral meist in einem Gebäude untergebracht).