Theisenort — Ralf Pohl ist Kommunalpolitiker, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, Familienvater und begeisterter Gemüsegärtner. Vor allem aber ist er bodenständig - auch was seine Pläne für den runden Geburtstag angeht.

Wie und wo werden Sie denn Ihren Geburtstag feiern?
Ralf Pohl: Tagsüber bin ich im Kulturraum in der alten Schule in Theisenort - wer gratulieren mag, kann gern vorbeikommen! Ich bin von 10 bis 17 Uhr dort, die Adresse ist Kellergasse 1. Abends feiere ich dann im kleinen Kreis mit Familie und Freunden.

Sie werden 50 - was bedeutet die Zahl für Sie?
Nun, es ist durchaus ein Übergang, wenn auf einmal die Fünf vorne steht. Die letzten zehn Jahre sind so schnell vergangen - da fragt man sich, wo die Zeit hin ist. Aber im Endeffekt ist der Übergang von 49 auf 50 auch nicht großartig anders als der von 48 auf 49.

Ein Anlass für Sie, Rückschau zu halten oder Zwischenbilanz zu ziehen?
Na, ich werde jetzt nicht meine Memoiren schreiben. Nein, im Ernst, so hoch will ich's gar nicht hängen.

Trotzdem ein kleiner Rückblick: Bei der letzten Landtagswahl haben sie das Mandat knapp verfehlt - wie sehr hat Sie das damals getroffen?
Nun, dass ich das Direktmandat nicht bekommen habe, kam nicht unerwartet. Das hatte auch Christa Steiger nie geschafft. Aber dass die SPD über die Liste fünf Abgeordnete aus Oberfranken nach München schickt, darauf hatten wir schon gehofft, und das wäre auch realistisch gewesen. Nun waren es nur vier. Das war schon sehr schade. Wenn man viel Zeit und Energie investiert, möchte man das natürlich schaffen.

Sind Sie inzwischen drüber weg oder haben Sie noch daran zu knabbern?
Nein, zu knabbern hab ich da nicht mehr dran. Es waren ja inzwischen Kommunalwahlen, und es gibt viele neue Herausforderungen und Aufgaben im Landkreis Kronach und im Markt Küps - und da bin ich mittendrin.

Und wie sieht das für den SPD-Kreisverband aus?
Ich denke, wir sind gut aufgestellt. Wir haben eine stattliche Anzahl an Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und machen erfolgreiche Kommunalpolitik. Beispiele wären etwa unser Einsatz für das Demografie-Konzept, für die Renovierung des Kreiskulturraums und für die Investitionen in Straßen und Schulen im Landkreis. Unser nächstes großes Ziel ist die Landratswahl - da wollen wir auf jeden Fall erfolgreich sein.

Ein aktuelles Projekt des Kreisverbands ist ein neues Büro in Kronach. Wie weit sind Sie damit?
Ganz fertig ist es noch nicht, die Technik muss noch installiert werden, und ein paar Möbel fehlen auch noch. Aber wir sind zeitlich gut im Plan und sind zuversichtlich, dass wir am 3. Oktober eröffnen können. Es war ein Kraftakt, das finanziell zu stemmen. Aber wir wollten unbedingt wieder eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger bieten und sind froh, dass wir das geschafft haben. Hauptsächlich wird dort unser Kreisgeschäftsführer sitzen, aber wir werden auch Sprechstunden mit den Mandatsträgern einrichten. Auch ich werde dann dort anzutreffen sein. Genaue Termine gibt es aber noch nicht. Das ist alles noch in der Planungsphase.

Sie haben die Landratswahl angesprochen - Oswald Marr darf ja aus Altersgründen nicht mehr antreten. Hat die SPD schon einen neuen Kandidaten?
Nein, da gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Aber wir wollen dazu jetzt im Herbst Gespräche führen und eine interne Einigung finden.
Könnten Sie sich denn vorstellen, zu kandidieren?
Nun, ausschließen darf man in der Politik nie etwas, aber ich denke, für das Amt des Landrats stehen erstmal andere in der ersten Reihe. Ich würde mich in vier Jahren gern wieder für den Landtag aufstellen lassen, wenn die Partei das auch möchte. Ich habe jetzt einmal kandidiert, das hat nicht geklappt, aber ich bin bekannter geworden. Das spricht dafür, es nochmal zu versuchen.

Welche Pläne haben Sie sonst so für die Zukunft - politisch, beruflich und privat?
Ich möchte mich in den nächsten Jahren voll und ganz der Kommunalpolitik widmen. Ich will die wirtschaftliche Entwicklung von Küps und des Landkreises voranbringen, auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels. Beruflich sind keine großen Veränderungen zu erwarten, da ich in Erlangen eine feste Stelle im öffentlichen Dienst habe. Privat möchte ich darauf achten, neben Politik und Job genug Zeit für die Familie und für mich selbst zu finden.

Wie verbringen Sie denn am liebsten Ihre freie Zeit?
Ich gehe gern spazieren, lese viel, mache Ausflüge und kleine Reisen. Ansonsten bin ich gern im Garten und im Gewächshaus. Ich bin ja in einer Gärtnerei aufgewachsen, das hat mich geprägt. Wir führen den Betrieb auch weiter. Meine Frau macht die Blumen, ich das Gemüse. Das macht mir Freude, ist für mich nicht nur Arbeit, sondern auch Entspannung. Ich ziehe gern verschiedene Sorten Tomaten und probiere auch mal was Außergewöhnliches aus, zum Beispiel besonders scharfe Paprika und Chilis.
Und was ist Ihr größter Geburtstagswunsch?
Ich würde sagen Gesundheit. Der Rest kommt von allein.

Das Gespräch führte
Miriam Hegner