Mit "Ausbildungs-scouts" will die regionale gewerbliche Wirtschaft die Stärken, Vorteile und Perspektiven der dualen Berufsausbildung noch stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen. In Coburg läuft das Projekt seit vergangenem Herbst, die ersten Rückmeldungen von Schulen und Unternehmen sind positiv. So resümierte Christian Nowak, Lehrer am Gymnasium Alexandrinum, nach dem Einsatz der Ausbildungsscouts, dass die "Schüler die Chancen einer Lehre nähergebracht bekommen und sie damit um eine Zukunftsoption bereichert werden". Tobias Friedrich von der Mittelschule Rödental war begeistert von den gelungenen Vorträgen der Scouts und freut sich auf die Fortsetzung des Projekts.


Perspektiven aufzeigen

Neun Auszubildende sind in Stadt und Landkreis Coburg zu Ausbildungsscouts geschult worden. In Zweier-Teams sind sie in den Klassenzimmern der allgemeinbildenden Schulen unterwegs und informieren die Schüler über ihren Weg in die Ausbildung und ihre jetzigen Aufgaben. Natalie Büchner ist einer der Ausbildungsscouts, "weil ich weiß, dass ich Jugendlichen eine andere Perspektive aufzeigen kann und dass nach der Schule nicht immer Schule kommen muss". Nicolai Geck engagiert sich, weil er sich selbst dadurch weiterbilden will und anderen zu neuen Ideen verhelfen möchte. Dominik Teufel wird Ausbildungsscout, "weil er gerne anderen bei ihren Entscheidungen weiterhelfen möchte". Alina Puchnina hätte sich früher selbst einen Ausbildungsscout gewünscht: "Dann hätte ich vielleicht nicht erst während eines Studiums gemerkt, dass eine Ausbildung zur Kauffrau Groß- und Außenhandel besser zu mir passt."
"Die Ausbildungsscouts sind optimale Botschafter für die duale Berufsausbildung, weil sie vor nicht allzu langer Zeit selbst noch in der Schule waren und sich über Fragen rund um die Ausbildungsplatzsuche Gedanken machen mussten. Außerdem können sie den Schülern einen authentischen Einblick in den Ausbildungsalltag geben", erklärt Alina Blümig, Projektkoordinatorin bei der IHK.
In Coburg ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen im Jahr 2015 zwar um 3,1 Prozent auf 769 gestiegen. Aber die Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 etwa 18 Prozent weniger junge Leute die allgemeinbildenden Schulen verlassen und somit Ausbildungsnachwuchs fehlen wird. "Besonders in der Polstermöbelbranche und der Gastronomie sind Auszubildende dringend gesucht, ebenfalls im Beruf des Verfahrensmechanikers gibt es viele freie Stellen", berichtet Rainer Kissing, Leiter des Bereichs Bildung der IHK zu Coburg. Unternehmen, Auszubildende und Schulen, die an der Aktion "Ausbildungs-scouts" teilnehmen wollen, können sich melden bei Alina Blümig, Projektkoordinatorin bei der IHK zu Coburg, Telefon 09561/7426792, E-Mail: alina.bluemig@coburg.ihk.de. red