von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

Limbach — Vor 260 Jahren war der heutige Eltmanner Stadtteil eine Großbaustelle. Die alte gotische Wallfahrtskirche, erbaut 1461, wurde abgerissen und ihre Steine für die neue Kirche verwendet. Für die Zeit des Kirchenneubaus war im Friedhof eine hölzerne Notkirche errichtet worden, in der die kirchlichen Utensilien und die Gnadenbilder aus dem 15. Jahrhundert aufbewahrt wurden. Natürlich wurden dort auch die Gottesdienste für die Limbacher Gemeindeglieder und die Wallfahrer gefeiert. Dies berichtete Wallfahrtspfarrer Ottmar Pottler aus Anlass der Kirchweih am Wochenende.
Nachdem Balthasar Neumann seine Pläne für die neue Kirche erstellt und sie dem Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn zur Begutachtung vorgelegt hatte, ging es mit dem Bauen los. Am 14. Juli 1751 steckte Baumeister Neumann den Platz für den Kirchenbau ab und änderte dabei die Richtung von Nord nach Süd - deshalb ist die Barockkirche heute lichtdurchflutet.
Die Grundsteinlegung war am 18. November 1751 mit einer kirchlichen Zeremonie. 1752 "wurde das ganze prächtige Gebäude zustande gebracht", berichten die Aufzeichnungen. Balthasar Neumann kam neun Mal nach Limbach, um den Baufortschritt zu kontrollieren. Sein letzter Besuch war am 22. Juli 1753, da schloss er einen Vertrag mit dem Stuckateur Lunz aus Bamberg und machte mit Pfarrer Martin Markard Abrechnungen. Am 19. August starb der Neumann in Würzburg.
Sein Sohn Ignaz Michael begleitete ihn auf seinen Inspektionsreisen und übernahm nach seinem Tod einige Arbeiten. In Limbach errichtete er den auffälligen Chorturm. 1754 war das Kirchengebäude fertig. Am Fest der Kreuzerhöhung (14. September) wurde das Kreuz auf den Kirchturm aufgesetzt "und wegen glücklicher Vollendung des herrlichen Kirchenbaus das Te Deum laudamus (Großer Gott wir loben Dich) feierlich unter Trompeten und Paukenschlag abgesungen", zitiert Pottler aus den Kirchenbüchern.

16 000 Gulden kostete der Bau

Fast ein Jahr später, am 7. September 1755, weihte Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim die Kirche. Die Limbacher Kirchenbücher berichten: "Es war dies seine erste bischöfliche Handlung nach seiner Bischofsweihe im Beisein nicht nur einer hohen Noblesse, sondern sämtlicher Geistlichen der Nachbarschaft und unter dem Zudrange des Volkes der Umgebung".
Ein solch prächtiger Kirchenbau musste natürlich auch finanziert werden. Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn verfügte in seinem Testament, 12 000 rheinische Gulden zu stiften, "weil ich vor dem Gnadenbild zu Limbach viele Guttaten empfangen habe". 9000 Gulden hatte Balthasar Neumann für den Bau vorverabschlagt. Das genügte aber nicht, weil für die Fundamente ein viel höherer Aufwand nötig wurde. 16 000 Gulden kostete der Bau schließlich. Deshalb nahm man bei der Abtei Ebrach ein Darlehen von 800 Gulden auf und Balthasar Neumann steuerte aus eigener Schatulle Geld bei, das jedoch nach seinem Tod an die Witwe zurückbezahlt werden musste. Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenklau stiftete 200 Reichstaler und 75 Gerüststangen für den Kirchenbau.
Auch Johann Philipp Franz von Falkenstein, Fürstbischof von Bamberg, "hat sehr viel Holz geliefert zur Beförderung des Kirchenbaus". 1000 rheinische Gulden und 15 große Eichenstämme stiftete Konrad Franz von Stadion und Thannhausen. So war die Vollendung des "marianischen Tempels zu Limbach" ein großes Gemeinschaftswerk.
Derzeit wird die nächste Renovierung von Maria Limbach vorbereitet, die letzte erfolgte von 1972 bis 1982. Die Kirchenverwaltung und Pfarrer Thomas Klemm haben bereits verschiedene Ortstermine mit den beteiligten Behörden absolviert, als Architekt wurde Ingenieur Georg Böswald von Brunn beauftragt. Eine solche Maßnahme bedarf natürlich einer umfangreichen Planung, weshalb die Arbeiten laut Pottler voraussichtlich wohl auch nicht vor 2016 beginnen werden.