Es ist ein Meilenstein im Funkverkehr für 333 000 Einwohner und Hilfesuchende in Bamberg und den Landkreisen Bamberg und Forchheim: Nach einer "Migrationszeit" von fast vier Jahren zur Installation eines bundesweit einheitlichen Funksystems wurden zum 1. Januar 2017 im Leitstellenbereich Bamberg-Forchheim 315 Feuerwehren, Katastrophenschutz und Technisches Hilfswerk (THW) in den digitalen Sprechfunk aufgeschaltet und damit die Umstellung auf Digitalfunk vollendet.
Bereits im August 2016 hatten die Rettungsdienste (Arbeiter-Samariter-Bund, Bayerisches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfallhilfe, Malteses-Hilfsdienst, Wasserwachten, Bergwacht, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) sowie seit April 2016 die Feuerwehr Bamberg den Digitalfunk-Betrieb aufgenommen. Jetzt sind alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zusammen mit der Polizei funktechnisch vereint, berichtet der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bamberg-Forchheim.
Die Integrierte Leitstelle (ILS) Bamberg-Forchheim nimmt bei der regionalen Einführung des Digitalfunks eine Schlüsselrolle ein. Die Projektleitung zur Realisierung lag in den Händen von Matthias Böhmer und Peter Vatter-Wisokoljan. Der Umstellungsprozess wurde durch den Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung, Lothar Philipp, geleitet.
Zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft wurde bei der ILS Bamberg-Forchheim eine sogenannte Taktisch-Technische-Betriebsstelle eingerichtet. Diese Stelle sorgt mit den TTB-Außenstellen bei den Blaulichtorganisationen und Kreisverwaltungen für den reibungslosen Ablauf in allen Bereichen.
Die Alarmierung der Einsatzkräfte auf den neuen digitalen Standard Tetra umzusetzen, wird ein Folgeprojekt sein, welches heuer begonnen wird. "Mit diesem Schritt wird die analoge Funktechnik in absehbarer Zeit aus der Welt der Hilfskräfte verschwinden und so die neue, aktuelle Technik für noch mehr Sicherheit sorgen", heißt es in der Mitteilung weiter.


Abhörsichere Kommunikation

Von der Digitalisierung erwarten die Verantwortlichen zahlreiche Vorteile: eine bessere abhörsichere Kommunikation zwischen Einsatzmitteln und zur Integrierten Leitstelle, ein Höchstmaß an Sicherheit, Notruffunktion mit Ortungsmöglichkeit für Einsatzkräfte, eine höhere Flächendeckung als die bisherigen analogen Netze und somit eine verbesserte Erreichbarkeit der Einsatzmittel. Bei Großschadenslagen können auch große Einsätze auf eigenen Gesprächsgruppen abgearbeitet werden, was eine bessere Strukturierung und höhere Ressourcen-Nutzung auf allen Führungs-Ebenen ermöglicht. 3100 einheitliche Digitalfunkendgeräte mit einheitlicher Bedienung wurden dafür im Rettungsdienstbereich Bamberg-Forchheim angeschafft und in Betrieb genommen.
Geschäftsführer Lothar Philipp betont die "ausgedehnte und harmonische Zusammenarbeit während der gesamten Projektphase zwischen allen Beteiligten" - Feuerwehren, Rettungsorganisationen, THW, ILS, Projektgruppe DigiNet München, Kreisverwaltungsbehörden sowie Polizei. Fachliche Unterstützung leisteten die drei Kreisverwaltungsbehörden (Ständige Wache der Feuerwehr der Stadt Bamberg, Sachgebiete öffentliche Sicherheit und Ordnung der Landratsämter). "Hervorzuheben ist auch das hohe Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen in den Arbeitsgruppen", so Philipp. Für die Bereiche Einsatztaktik, Betrieb, Beschaffung Endgeräte, ILS und Schulung seien mehrere tausend Stunden zum Wohle des Gesamtzieles geleistet worden. red