Neues (Bau-)Land in Sicht ist in der Gemeinde Gerach. In der langen Sitzung des Gemeinderates im Rathaus erläuterte Architekt und Stadtplaner Horst-Dieter Göhring, Bad Rodach, die 1. Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes zur Entwicklung eines Mischgebietes und Allgemeinen Wohngebietes "Am Reckendorfer Weg", also dem ehemaligen Wieland-Gelände, das die Gemeinde nach Abzug der Firma vor zwei Jahren erwarb.
16 Bauplätze sollen nun auf diesem Gelände entstehen, dazu ein Mischgebiet für Gewerbe und eine Gemeindebedarfsfläche, in die die ehemalige Wieland-Halle integriert ist. Diese Halle ist für den Jugendclub, die Feuerwehr und eventuell als Lagerflächen gedacht, noch nicht geklärt ist die Notwendigkeit einer Dachsanierung. Keine wesentlichen Einwände hatten die angeschriebenen Träger öffentlicher Belange. Lediglich das Landratsamt Bamberg hatte Bedenken durch Lärmimmissionen aus Jugendclub und Feuerwehr, die zu Konflikten mit dem Wohnen führen können.


Räte beschließen Satzung

Bürgermeister Gerhard Ellner (SPD) klärte auf, dass der Jugendclub lediglich freitags von 17 bis 19.30 Uhr geöffnet sei, so dass Beeinträchtigungen nicht erkennbar seien. Bezüglich der geplanten Umgehung der B 279 konnten wegen des Fehlens einer verbindlichen Trasse noch keine Aussagen getroffen werden. Geprüft werden soll noch, ob das neue Baugebiet nicht auch für eine Gasversorgung erschlossen werden soll.
Der Gemeinderat beschloss schließlich einstimmig die 1. Flächennutzungsplanänderung und den Bebauungsplan "Am Reckendorfer Weg" als Satzung. Dieser könne, so die Leiterin des Bauamtes, Monika Calnbach, im September rechtskräftig werden, so dass theoretisch nach der Erschließung des Geländes schon 2017 die ersten Wohnhäuser entstehen könnten.
Eine neue Halle weckt natürlich auch Begehrlichkeiten: So stellten die Traktorfreunde Gerach den Antrag auf Nutzung einer Teilfläche im Wieland-Gebäude mit rund 50 Quadratmetern zur Nutzung als Lagerraum für diverse Utensilien und Gerätschaften. Die Bauamtsleiterin hob hervor, dass eine solche nicht nur vorübergehende Nutzung aus versicherungsrechtlichen Gründen mit einer offiziellen Nutzungsänderung einhergehen müsse. Ebenso sei noch zu überprüfen, ob nicht auch andere Geracher Vereine hier Bedarf anmelden könnten. Nach ausführlicher Diskussion, auch über eventuelle Nutzungsentgelte, beschloss der Gemeinderat einstimmig, eine entsprechende Nutzungsänderung zu beantragen.
Positiv ist die Resonanz einer Seniorenbefragung in Gerach, die einen überdurchschnittlichen hohen Rücklauf hatte. Der Bürgermeister fasste zusammen, dass sich die Senioren in Gerach sichtlich wohlfühlen, in der Regel im Eigenheim wohnen und dies schon meist seit Jahrzehnten.
Einstimmig befürwortet wurde auch der Antrag des SV Rot Weiß Gerach, der in der Laimbachtalhalle die Spiele der Fußball-Europameisterschaft übertragen will. Dem wurde gegen ein Nutzungsentgelt von 200 Euro zugestimmt.
Stolzer Besitzer eines Spindelmähers ist nun der SV Rot Weiß Gerach, der darum bat, wegen der hohen Anschaffungskosten in diesem Jahr bei den Kosten für die Sportplatzpflege von der Gemeinde unterstützt zu werden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Mehrkosten in Höhe von 650 Euro netto zu tragen.