Sie sind vor Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat in Pakistan, Äthiopien, Aserbaidschan oder aus Nigeria geflohen. Seit Monaten üben sie jeden Dienstag mit ihren ehrenamtlichen Sprachtrainerinnen von den Aktiven Bürgern, Karin Riemke und Brigitte Feodoroff-Koßmann, die deutsche Sprache.
Das frühlingshafte Wetter nutzte die Gruppe, um einmal gemeinsam etwas weiter weg von der Unterkunft in der Nordgauer Straße die heimische Region zu erkunden: Der Staffelberg war das Ziel.


Pause auf dem Berg

Vorfreude und Motivation waren groß. Allerdings besaßen nicht alle Teilnehmer geeignete feste Schuhe, die sie sich aber ausleihen konnten. Bis Romansthal ging es mit Autos.
Da die Teilnehmerzahl erfreulich hoch war und nicht alle in den beiden Autos Platz fanden, erklärte sich spontan das Taxi-Unternehmen Müller bereit, Hin- und Rückfahrt für diesen Teil der Gruppe kostenlos zu organisieren. Den Aufstieg zu Fuß auf den Staffelberg schafften alle problemlos. Oben angekommen wurde zuerst der Adelgundis- Kapelle ein Besuch abgestattet. Anschließend konnten die Teilnehmer eine für sie ungewohnte fränkische Spezialität probieren: weißer Käse mit Butterbrot.


Begegnung mit Schafen

Beim anschließenden Rundgang über das Plateau genossen alle den Blick ins Maintal und die herrliche Fernsicht. Die Kinder hatten zudem großen Spaß an der Rutsche neben der Gastwirtschaft, und es war schön zu sehen, wie sie sich auf der weitläufigen Wiese einmal so richtig austoben konnten. Überraschend traf die Gruppe sogar auf eine große Schafherde, welche besonders von den Kindern bestaunt wurde.


Pflanzenwelt entdecken

Und so ganz nebenbei lernten die Teilnehmer etwas über die heimische Pflanzenwelt kennen. Spezielles Interesse bekundeten sie für Löwenzahn, Schlüsselblume und Gänseblümchen. Dass man Letztere sogar essen kann, wurde demonstriert und gleich ausprobiert. Leicht müde, aber glücklich und unversehrt, kamen die elf Flüchtlinge nach dreieinhalb Stunden wieder in ihrer Unterkunft in der Nordgauer Straße an. Bei Rückfahrt und Verabschiedung nutzten sie ihre gewonnenen Deutschkenntnisse, um sich bei ihren Betreuerinnen von den Aktiven Bürgern für diese schöne Unternehmung zu bedanken.
Josef Breunlein