Coburg — Die Niehues-Stiftung spendet dem Verein "Hilfe für das behinderte Kind" Therapiegeräte im Wert von 2800 Euro. "Unsere Therapeutinnen haben es sich schon lange gewünscht", sagt Karolin Netschiporenko, Geschäftsführerin des Vereins. Eine Motorik-Rolle, ein höhenverstellbarer Therapie-Tisch und eine Sitzmöglichkeit zu einer Tret-Laubsäge ergänzen nun die Therapiemöglichkeiten.
"Körperbehinderte Kinder haben oft Probleme, Reize aus der Umwelt aufzunehmen", erklärt Renate Gerhart. Sie ist seit mehr als 20 Jahren Therapeutin in der Schule am Hofgarten und von den neuen Trainingsgeräten begeistert. "Mit der Bewegungsrolle können wir Parcours bauen, aber wir können sie auch so ins Spiel mit einbeziehen." Es sei bemerkenswert, wie viele Möglichkeiten es gebe, die Motorik-Rolle zu verwenden. Neben dem Gleichgewichtssinn werde auch die räumliche Wahrnehmung der Kinder geschult. "Wenn sie sich hinein legen und durch das Zimmer rollen, bekommen sie ein Gefühl dafür, wie groß der Raum ist", sagt sie.
Die Rolle könne man aber auch an Haken befestigen, sodass sie frei schwebt. Der Raum wird abgedunkelt, die Kinder setzen sich in sie hinein und bekommen zwei leuchtende Kugeln in die Hand. Bei entspannender Musik kommen sie zur Ruhe.
Max und Leon, beide sechs Jahre alt, haben sehr viel Spaß mit der neuen Trainingsrolle. "Es ist immer sehr lustig", sagt Max. Auch von der höhenverstellbaren Sitzmöglichkeit bei der Tret-Laubsäge können die Kinder profitieren. Die Funktionsweise dieser Säge ist mit einer Nähmaschine vergleichbar: Wenn man auf einen Hebel tritt, setzt man sie in Gang. "Das verbindet die feinmotorische Dosierung mit der Hand-Auge-Koordination", sagt Beate Neuber. Auch sie ist seit mehr als 20 Jahren Therapeutin an der Schule am Hofgarten. Für sie sei es besonders schön, dass nun sowohl kleinere als auch größere Kinder die Laubsäge nutzen können.
Birgit Niehues spendet mit ihrer Stiftung nun schon zum zweiten Mal Therapiegeräte. "Aus einer Wunschliste suche ich mir die Ausrüstung aus, die mir am sinnvollsten erscheint", sagt sie. Der Verein liege ihr sehr am Herzen. "Körperbehinderte Kinder sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft und brauchen unsere Unterstützung." dp