Mit Infoständen und praktischen Demonstrationen präsentierten sich am Samstag 105 Firmen, Verbände und Behörden auf der 21. Ausbildungsmesse in der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels. Hunderte von Schülern nahmen die Gelegenheit wahr, sich in Workshops oder an den Ständen der Unternehmen über bestimmte Berufsbilder zu informieren.
Hans-Jürgen Lichy, der Leiter der Berufsschule Lichtenfels, der zur 21. Ausbildungsmesse erneut zahlreiche Vertreter aus Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung, Kommunalpolitik und natürlich viele Schüler begrüßen konnte, stellte den hohen Stellenwert der Veranstaltung heraus, schließlich könne man auch diesmal wieder einen Rekord an ausstellenden Firmen vermelden.
Dies könne man als Indiz dafür werten, dass der Druck auf die Unternehmen zur Gewinnung von Nachwuchs weiterhin hoch sei. Einerseits würden die fachlichen Anforderungen in der beruflichen Bildung immer komplexer, andererseits sorge die demografische Entwicklung dafür, dass besonders im Handwerk und im Dienstleistungsgewerbe viele Ausbildungsplätze unbesetzt blieben.
Um genügend leistungsfähige und leistungswillige Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen, müssten alle Beteiligten, die Betriebe, Schulen, Institutionen und vor allem die Jugendlichen und deren Eltern miteinander ins Gespräch kommen. Hierfür solle die Messe eine regionale Plattform bieten.


Gute Entwicklung im Landkreis

Landrat Christian Meißner (CSU), der die Ausbildungsmesse eröffnete, betonte, dass die hervorragende Ausstellerbeteiligung auch die ausgezeichnete wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis widerspiegele.
So habe die Arbeitslosenquote im Februar mit vier Prozent den besten Wert seit einem Jahrzehnt erreicht. Die Quote bei den Jugendlichen liege sogar bei 3,5 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten habe in den letzten sechs Jahren um 2000 Beschäftigte zugenommen.
An dieser Leistung hätten alle Firmen, vom Einmannbetrieb bis zum Leuchtturmunternehmen, ihren Anteil. Dass die Betriebe qualifizierte Arbeitskräfte ausbilden würden, zeige sich Jahr für Jahr an den ausgezeichneten Abschlüssen der Absolventen, die sich nicht nur oft als Jahrgangsbeste in Oberfranken, sondern sogar auf Landes- und Bundesebene auszeichnen würden.


Viel Geld in Schulen investiert

Um beste Startvoraussetzungen für das berufliche Leben der jungen Leute zu schaffen, habe der Landkreis in den letzten sechs Jahren 13 Millionen Euro in die weiterführenden Schulen investiert und weitere Investitionen stünden an, unterstrich der Landrat.
Über alle Etagen verteilt machten viele renommierte Firmen mit ihren Informationsständen auf sich und ihr Spektrum an Ausbildungsplätzen aufmerksam. An den meisten Ständen waren nicht nur die Ausbildungsleiter und zuweilen sogar die Firmenchefs, sondern vor allem meist mehrere Auszubildende vertreten.
An vielen Ständen konnten die Schüler bei praktischen Übungen ihr handwerkliches Geschick beweisen. So konnte man beispielsweise unter Anleitung bei der Polstermöbelfirma Koinor mit Hilfe einer Nähmaschine ein Mäppchen oder mittels Bohrer und Hammer einen Hocker fertigen, bei der Maschinenfabrik Karl Eugen Fischer ein Gewinde schneiden, bei der Hofmann Firmengruppe eine Ameise aus kleinen Metallteilen zusammensetzen oder bei Lewell Kartonagen eine kleine Figur aus Wellpappe zusammenfügen.


Einblicke in die Praxis

Doch es zeigten unter anderem auch Bankinstitute, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Versicherungen, Krankenkassen, Bundeswehr, Polizei und natürlich die Stadt Lichtenfels und der Landkreis den Jugendlichen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf. Zudem hatten die Schüler die Möglichkeit, bei 15 Workshops noch mehr über eine bestimmte Berufsausbildung zu erfahren und auch gleich praktische Erfahrungen zu sammeln. Die Jugendlichen konnten dabei unter anderem Einblicke in die Berufe technischer Produktdesigner, Industriemechaniker und Mechatroniker gewinnen und Bauteile konstruieren, technische Zeichnungen erstellen und sich mit elektropneumatischen Steuerungen befassen oder sich als Maurer betätigen.