33 Jahre alt ist Benjamin Wittig. Dass der im Landkreis Haßberge bestens bekannte Trainer, Spieler und Torjäger seinem Heimatverein FC 08 Zeil nach acht Jahren "leb wohl" sagt, ist deshalb nicht ungewöhnlich. Wittig hängt - was wiederum nicht ungewöhnlich wäre - seine Fußballschuhe allerdings nicht an den Nagel. Er sucht vielmehr noch einmal eine neue sportliche Herausforderung.


Kurzer Weg war entscheidend

Sein Wechsel zum TSV Forst, der nach einem knappen 1:0-Sieg im entscheidenden Relegationsspiel gegen die SG Hettstadt auch in der Saison 2016/2017 in der Bezirksliga an den Start geht, ist jedoch eher zufällig. Nachdem der gelernte Schreiner und Küchenmonteur seit einigen Monaten in Gädheim wohnt und arbeitet, hat er sich in erster Linie "einen sportlich guten Verein in unmittelbarer Nähe gesucht. Kurzer Weg und wenig Fahrzeit" waren für ihn entscheidend. Gut für den TSV. Schlecht für Zeil, denn die "08er" verlieren einen tollen Sportsmann, der mit seinen gut 140 Treffern in etwa 230 Partien maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat.
Bei den Zeiler G-Schülern startete Benny Wittig mit fünf Jahren seine aktive Karriere und spielte dort als 18-Jähriger auch ein halbes Jahr in der ersten Mannschaft. Danach wechselte er für zwei Jahre zum "Rivalen" FSV Krum, ehe er beim FC Haßfurt anheuerte. Es folgten drei Jahre FC Sand, wo er wie in der Kreisstadt auch immer wieder in der "Ersten" in der Landesliga zum Einsatz kam.
Wohin sein sportlicher Weg geführt hätte, wäre da nicht ein Kreuz- und Außenbandriss gewesen, sei dahingestellt. Doch alles wenn, hätte, wäre zählt nichts. Aus privaten Gründen wechselte er zurück zu seinem Heimatverein. Das war wiederum gut für den FC 08 Zeil, denn der "verlorene Sohn" kehrte zur Saison 2008/2009 zurück zu seinen Wurzeln. Und nachdem der damalige Spielertrainer Dirk Melchior sein Amt niedergelegt hat, übernahm er auf Bitten des FC-Führungsgremiums dessen Aufgaben, obwohl der damalige Kreisklassist als Vorletzter in der Tabelle herumtingelte.
Die langjährige Verbindung zwischen dem FC 08 Zeil und Benjamin Wittig ist nun also wieder beendet. Weil er sich noch fit genug fühlt und mit 33 Jahren "solange ich verletzungsfrei bleibe, schon noch ein paar Jährchen drinnen sind", also der Wechsel nach Forst. "Fußball", betont er abschließend, "bedeutet mir schon Einiges. Es ist aber manchmal sehr schwer, Fußball mit dem privaten und beruflichen Leben unter einen Hut zu bringen, wobei das als Spieler leichter fällt, als in der Funktion des Spielertrainers oder Trainers. Da fängt Fußball schon weit vor dem Training oder Spiel an."