Zu einem runden Tisch zum Themenschwerpunkt Pflege fanden sich im Haßfurter Hotel "Meister Bär" Vertreter verschiedener ambulanter und stationärer Pflegedienste aus den Landkreisen Haßberge und Schweinfurt ein. Sie folgten der Einladung der Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar (SPD), die nach eigenem Bekunden in regelmäßigen Abständen Pflegedienstleitungen und Mitarbeiter aus der ambulanten und stationären Pflege zu solchen Runden einlädt.
"Mir ist es wichtig zu erfahren, wie die beschlossenen Gesetze in der Praxis wirken und ob es weiteren Handlungsbedarf oder die Notwendigkeit zur Nachbesserung gibt", erklärte die SPD-Politikerin aus Maßbach dazu in einer aktuellen Pressemitteilung.
Bei dem Treffen informierte die Abgeordnete über Gesetze aus dem Bereich der Pflege, die in der laufenden Legislaturperiode auf den Weg gebracht wurden. So sprach sie das Pflegestärkungsgesetz von 2015 an, das den Zugang zu ambulanten Leistungen der Pflegeversicherung ab Pflegestufe null und den Anspruch auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen regelt. Auch der Anspruch auf Leistungen der Tages- und Nachtpflege sei massiv ausgebaut worden, sagte sie.


Das Wissen fehlt

In der Diskussion wurde allerdings deutlich, dass die Verbesserungen bei den pflegenden Angehörigen oftmals viel zu wenig bekannt sind. In Haßfurt befindet sich jedoch einer der bayernweit acht Pflegestützpunkte und im Gespräch wurde den Angaben zufolge sehr deutlich, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflegekassen und Kommunen in der Beratungstätigkeit ist.
Ein weiteres Gesetz, über das
Dittmar sprach, ersetze die bisherigen drei "Pflegestufen" durch die bessere Aufteilung in fünf Pflegegrade und sechs Module. Insgesamt würden auf der Basis der neuen Gesetze jährlich rund fünf Milliarden Euro mehr für Pflege ausgegeben.


Neue Ausbildungsregeln

Kontrovers diskutierten die Teilnehmer des Pflegegespräches die geplante Einführung der generalistischen Ausbildung von Pflegefachkräften. Durch das Pflegeberufsgesetz soll ein neues Berufsbild geschaffen werden, das Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege verbindet. Ziel sei eine Aufwertung des Berufsbildes, erklärte Dittmar.
Sandra Göbel vom Pflegestützpunkt führte aus, dass es in den Haßbergen das Projekt "Pflege & Du" für Siebt- bis Neuntklässler gibt, in dem der Beruf genauer beleuchtet wird und Gehaltsvergleiche zwischen Altenpflege und anderen Berufen gezogen werden. Damit soll die Attraktivität des Berufes verdeutlichet werden.
Gelobt wurde dem Bericht zufolge in der Pflege-Runde die neue Pflegedokumentation, die Anfang 2016 in die Umsetzung ging. Nach einer Umstellungsphase bringe sie eine erhebliche Zeitersparnis zugunsten der Patienten mit sich, hieß es. red