von unserem Redaktionsmitglied 
Sabine Memmel

Höchstadt — So soll es also aussehen, das neue Pflaster in der Innenstadt. Grau hat im neuen Stadtbild so gut wie ausgedient. Stattdessen halten hellere und wärmere Farben Einzug. Da war sich der Bauausschuss bei der Bemusterung der Steine am Montagabend am Bauhof gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Valentin Maier einig. Muschelkalk in der Hauptstraße, Jurabeige am Platz am Graben. Die Wahl war schnell getroffen. Lediglich die Parkplätze sollen sich mit einem dunkleren Anthrazit vom Rest abheben.
Eine vierte Farbe am Rand der Hauptstraße lehnte der Bauausschuss dagegen ab. Der Belag soll vielmehr farblich einheitlich sein. "Wir wollen nicht, dass es wieder aussieht wie eine Fahrbahn. Autofahrer nehmen die Hauptstraße sonst wieder nur als Straße wahr, nicht als verkehrsberuhigten Bereich", fand Jeanette Exner (JL). Ein Fahr- und ein Randstreifen sollen für sie in Zukunft nicht mehr erkennbar sein. Mechthild Weishaar-Glab (SPD) sah das anders: "Eine zusätzliche Farbe ist nicht nötig, aber vielleicht eine Abgrenzung durch die Größe der Steine oder die Verlegeart." Gerade mit Hinblick auf die Barrierefreiheit seien ihr zufolge kleinere Pflaster von Vorteil. Auch Axel Rogner (JL) plädierte für unterschiedliche Größen des Pflasters. Jürgen Ganzmann, Leiter des städtischen Bauamts, machte in diesem Zusammenhang den Vorschlag, am Rand der Hauptstraße die gleichen Steine zu verlegen - bloß in längsförmiger Richtung.
Die Mehrheit des Ausschusses (außer Jeanette Exner) stimmte schließlich dafür, dass die Steine in Struktur und Größe unterschiedlich verlegt werden sollen. In der Breite sollen die Steine durchgängig 40 Zentimeter groß sein, in der Länge vermutlich abwechselnd 60 und 80 Zentimeter. Die Größe der Steine der Parkplätze soll bei 40 mal 60 Zentimeter liegen.
Wie diese Strukturierung im Detail aussieht, wird nun aber Georg Schreiber, dem Leiter der Tiefbauabteilung des Ingenieurbüros Maier, überlassen. Die neue Planung soll anschließend mit der Städtebauförderung abgestimmt werden. Schreiber geht davon aus, dass auch diese gefördert wird.
Kein Diskussionsbedarf gab es bei der Größe des Pflasters. Der gesamte Bauausschuss sprach sich für Steine im Großformat aus. "Wir wollen weg von dem kleinformatigen Pflaster", sagte Alexander Schulz (CSU). Die Betonsteine mit Granitvorsatz sollen behindertengerecht auf einer Ebene ohne Höhenunterschied verlegt werden. Die Fugen sind acht Millimeter groß. "Das spürt kein Rollator oder Rollstuhl", meinte Valentin Maier vom Ingenieurbüro.
Die insgesamt neun Parkplätze in der Hauptstraße liegen auf beiden Straßenseiten. Ein Behindertenparkplatz ist direkt vor der Konditorei Baier geplant. Manfred Müller, Behindertenbeauftragter der Stadt Höchstadt, machte auf die Leitsysteme für Blinde aufmerksam. Diese sind laut Ganzmann an allen Hauptübergangen vorgesehen.
Im Juni soll ein endgültiger Beschluss über den neu erarbeiteten Vorschlag des Ingenieurbüros im Stadtrat auf den Weg gebracht werden. Danach soll die Ausschreibung der Arbeiten beginnen. Die Sanierung selbst könnte aber noch auf nächstes Jahr im Frühjahr verschoben werden. "Sonst fällt sie in die Weihnachtszeit. Das sieht die Geschäftswelt vielleicht nicht so gerne", sagt Gerald Brehm (JL). Die Geschäfte sollen deshalb nun bis zur nächsten Stadtratsitzung befragt werden. Sollten keine Einwände bestehen, soll es dieses Jahr losgehen.