von unserem Redaktionsmitglied 
Bernhard Panzer

Herzogenaurach — Nach der ausführlichen Diskussion über ein großes Bauvorhaben in der Ringstraße im jüngsten Planungsausschuss sah der Stadtrat am Mittwochabend keine Gründe mehr, erneut darüber zu debattieren. Alles war gesagt, der Beschluss fiel in weniger als drei Minuten, Wortmeldungen: Fehlanzeige. Damit kann die Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Nord nun in die öffentliche Auslegung gelangen.
Schon der Planungsausschuss hatte die Empfehlung zur Zustimmung einstimmig getroffen. Doch in dessen Sitzung hatte noch der Einspruch eines Anliegers für Gesprächsstoff gesorgt. Der aber wurde von der Verwaltung abgewiesen.

Autohaus zieht aus

Das Bauvorhaben erstreckt sich auf die Fläche des dortigen VW-Händlers. Der zieht ja in das neue Gewerbegebiet in der Bamberger Straße um. In der Ringstraße sollen zwei Bürogebäude entstehen, die Raum für etwa 450 Arbeitsplätze schaffen, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Stadtratssitzung noch einmal feststellte. In kleinen Einheiten, so Hacker weiter, soll "in einem der Büronutzung flächenbezogen deutlich untergeordneten Teil" auch Einzelhandel stattfinden.
Die Stadt begleitet den Prozess positiv, sagte der Bürgermeister. Es könne eine bereits "in Nutzung befindliche und erschlossene Fläche einer verdichteten Betriebsform zugeführt" werden, schreibt er in einer Erklärung. Zusätzlicher Flächenverbrauch würde somit minimiert. Die Öffentliche Auslegung ist von Mitte Mai bis Mitte Juni. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, Einblick zu nehmen und Anmerkungen zu machen.

Einspruch aus dem Ausschuss

Der vorab vorgelegte Einspruch stammte von der nach Weisendorf umgezogenen benachbarten Spedition. Sie hat in der Ringstraße noch das alte Firmengelände, das noch teilweise genutzt wird. Auch ein Wohnhaus findet sich dort. Kritisiert worden war nun, dass die jetzt geplanten, benachbarten Neubauten zwischen 22 und 26 Meter hoch werden sollen. Dadurch aber würde ein unzulässiger Einmauerungseffekt entstehen, hieß es in der Stellungnahme.
Diese Befürchtung wurde von der Verwaltung nicht geteilt. Es seien auf dem gewerblichen Gelände ohnehin nur Betriebswohnungen erlaubt gewesen. Es wäre nicht zielführend, "eine nur ausnahmsweise zulässige Wohnnutzung über den genehmigten Bestand hinaus zu schützen und damit weitere Entwicklungsmöglichkeiten des gesamten Gebietes einzuschränken", heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Die gesetzlichen Vorschriften würden eingehalten.