von unserem Mitarbeiter Horst Lange

Reckendorf — Die Weichen für eine gute Zukunft stellte der Gemeinderat Reckendorf in seiner letzten Sitzung. Da laut Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) ein steigender Bedarf an Baugrundstücken zu verzeichnen sei, diese aber in Reckendorf so gut wie nicht mehr vorhanden seien, will man einen Bebauungsplan zur Entwicklung des allgemeinen Wohngebietes mit der Bezeichnung "Knock" aufstellen.
Architekt Horst-Dieter Göhring vom Planungsbüro aus Bad Rodach stellte dem Gemeinderat den Vorentwurf vor. So sind je nach Ausführung 30 bis 35 Bauplätze mit einer Größe von 500 bis 900 Quadratmetern geplant. Als Ausgleichsflächen sind 6200 Quadratmeter vorgesehen, die teilweise schon als Grünfläche zwischen dem benachbarten Gewerbegebiet und dem neuen Wohngebiet sowie einen umlaufenden Grünstreifen gegeben sind. Bedarf sei vorhanden, so Deinlein, es hätten sich bereits zwölf Bauwillige um einen Bauplatz beworben.
Als Kenner der Örtlichkeiten diskutierte der Gemeinderat eine Vielzahl von möglichen Problemen, sei es die Umgehung der B 279, die wohl erst in ferner Zukunft ansteht, die Wasserversorgung und -entsorgung, Fragen des Lärmschutzes oder die Zahl der Zufahrten zum neuen Baugebiet, das am Ortsende von Reckendorf an der Kreisstraße in Richtung Gerach liegt. Mit zwei Gegenstimmen billigte der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplanes und beschloss gleichzeitig die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Fachbehörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie die Beteiligung der Nachbargemeinden.

Kooperation mit Flüchtlingshilfe

Aufgeschlossen zeigte sich der Gemeinderat auch bezüglich eines Antrages des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe Reckendorf, der aus den caritativen Diensten in der Pfarreiengemeinschaft entstanden ist. Dieser Arbeitskreis bietet eine monatliche Begegnung mit den Asylbewerbern, die Unterstützung bei Arztbesuchen und Behördengängen, Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, einen Fahrradverleih gegen Pfand sowie eine Kleiderkammer an. Für diese Arbeit benötige der Arbeitskreis nicht nur Geld, so deren Sprecher Willi Dörr im Gemeinderat, sondern vielseitige Unterstützung.
Der Gemeinderat stimmte deshalb einstimmig einer offiziellen Kooperationspartnerschaft mit dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe zu. Eine finanzielle Unterstützung will man, so Deinlein, dann von Fall zu Fall beschließen.

Positiver Blick über Kreisgrenze

Positiv bewertete der Bürgermeister die Teilnahme an einem Seminar in Klosterlangheim zusammen mit dem 2. Bürgermeister Erwin Wahl (CSU), wo es um die landkreisübergreifende Zusammenarbeit mit dem Landkreis Haßberge ging. Zwar sei auch der Fokus der Haßberge-Gemeinden auf Bamberg gerichtet, dennoch sei eine Zusammenarbeit bei der Sicherung der Grundversorgung, des öffentlichen Nahverkehrs und auch im Hinblick auf den demografischen Wandel, durchaus sinnvoll. Zunächst will man die Konzepterstellung abwarten. Diese soll pro Einwohner zwei Euro kosten - eine Ausgabe, die, so Deinlein, "es uns wert sein soll".