von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

München/Neudrossenfeld — Ganz hat es für die Gemeinde Neudrossenfeld beim 25. Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" nicht gereicht, aber eine Silbermedaille unter 18 teilnehmenden Ortschaften aus ganz Bayern, das ist mehr als nur ein Achtungserfolg. Bürgermeister Harald Hübner (CSU) und seine engagierten Mitstreiter hatten sich insgeheim natürlich mehr erhofft, aber unzufrieden ist man nicht: "Soweit zu kommen, ist für uns als große Gemeinde ein Riesenerfolg. Es ist meines Erachtens für einen kleinen, überschaubaren Ort leichter zu punkten."
Wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner nach der Entscheidung der Jury gestern mitteilte, gehen die Goldmedaillen an Geldersheim (Landkreis Schweinfurt), Hirnsberg (Rosenheim), Meinheim (Weißenburg-Gunzenhausen) und Perlesreut (Freyung-Grafenau). Acht Dörfer erhalten eine Silbermedaille, unter ihnen die oberfränkischen Gemeinden Neudrossenfeld, Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels), Schönbrunn (Stadt Wunsiedel) und Steppach (Landkreis Bamberg).
Eine Bewertungskommission mit 15 Fachleuten aus Verbänden, Institutionen, Kommunen und Ministerien hatte die 18 Siegerdörfer aus den Regierungsbezirken vor der Entscheidung intensiv begutachtet. An dem Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, hatten sich landesweit 327 Dörfer beteiligt.

"Ein Stück zusammengewachsen"

Bürgermeister Harald Hübner hatte die Nachricht mit dem Ergebnis der Bewertung per E-Mail bekommen. Er freute sich über die Silbermedaille: "Dieser Wettbewerb hat uns viele Kontakt gebracht. Wir haben viel gelacht und auch nachgedacht, wir sind auch ein Stück mehr zusammengewachsen. Wir haben uns durch den Wettbewerb besser kennen gelernt und gesehen, wie schön es bei uns ist."
Was am Ende zum Gold gefehlt hat, erfährt die Gemeinde im ausführlichen Bericht der Kommission. Leicht möglich, dass der Einsatz von regenerativen Energien das Zünglein an der Waage war, denn hier hatte Neudrossenfeld außer dem Blockkraftheizwerk für das Bräuwerck nicht viel zu bieten.
Bürgermeister Hübner ("Wir werden die Silbermedaille mit einem Bier im Bräuwerck feiern") stellte fest, dass insgesamt ein enormer Aufwand betrieben wurde, und dankte deshalb allen Helferinnen und Helfern.

"Wenn das kein Gold war..."

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) hat insgeheim mit der höchsten Auszeichnung gerechnet, mit der Goldmedaille: "Neudrossenfeld hatte sich fantastisch präsentiert. Besser kann man es einfach nicht machen. Neudrossenfeld verfügt auch über ein Innen-Ensemble, das ohnegleichen ist. Ich will nicht kritisieren, weil ich die anderen Gemeinden nicht kenne, aber wenn das kein Gold war, dann weiß ich nicht mehr."
Kreisfachberater Friedhelm Haun sah es ähnlich wie sein Amtschef: "Ich hatte wirklich mit Gold gerechnet, aber Silber ist mit Blick auf die Landesgartenschau im kommenden Jahr in Bayreuth eine "Steilvorlage" für die Gemeinde Neuendrossefeld."
Die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Neudrossenfeld, Christine Herold, freute sich dagegen über die Bewertung mit Silber: "Ich bin wirklich sehr zufrieden, weil hochkarätige Dörfer dabei waren. Schade, dass wir für Oberfranken kein Gold geholt haben."