von unserer Mitarbeiterin Lea Schreiber

Kronach — Ein Jahr nach Beginn des Naturschutzprojekts "Beweidungskomplex Kreuzberg" ziehen alle Beteiligten Bilanz. "Der Erfolg ist weitaus größer als erwartet. Aber auch die Arbeit ist enorm", sagt Christoph Hiltl, Vorsitzender der Stiftung Lebensräume. Die Schwerpunkte des Projekts liegen auf den Bereichen Hohe Warte/Sommerleite, Hühnerleite und Kreuzberg. Dabei stehen die sogenannten Grenzertragsflächen im Fokus, also Flächen, die sich landwirtschaftlich schlecht nutzen lassen.

Erhaltung von Lebensräumen

Ziel des Beweidungskomplexes soll es sein, die Verbuschung des Magerrasens zu verhindern und diesen zu schützen. Durch die Ausdünnung der Buschlandschaft soll der Lebensraum vieler Tiere, zum Beispiel der rot flügligen Schnarrschrecke oder der Schlingnatter, erhalten und sogar neu geschaffen werden. Die Natur müsse sowieso gepflegt und erhalten werden, meint Norbert Gräbner. Besonders durch Schafe erfolge eine Selektion beim Entfernen von Pflanzen. Anders als bei technisierten Mäharbeiten könnten so besondere Pflanzenarten wie die Silberdistel erhalten werden.
Bürgermeister Norbert Gräbner bezeichnet das Gebiet bei Ren nesberg als den "schönste Flecken von Marktrodach" und ist fasziniert davon, welche Ausmaße das Projekt bereits nach einem Jahr angenommen hat. Das ökologische Gebiet des Magerrasens bestand laut Gräbner schon vor dem Beweidungskomplex. Allerdings half dieser, auszubuschen und alte Lebensräume auszubauen oder wiederherzustellen. Dank der durchweg "positiven Arbeit" hat die ursprüngliche Vision eine Dimension angenommen, die er sich nie hätte träumen lassen.
Christoph Hiltl sagt über das Projekt, dass es nicht mehr wegzudenken sei aus der Gegend und einen vollen Erfolg darstelle.

Optimale Bedingungen

Das Gebiet "Kreuzberg-Hohe Warte" umfasse ein optimales Paket, das für Ziegen- und Schafhalter besonders attraktiv sei. Auf der einen Seite stehe zwar die Landwirtschaftspflege im Fokus, auf der anderen Seite sei es aber für Ziegen- und Schafhalter auch wirtschaftlich tragbar, dort Land zu nutzen. Ziel sei es, für jeden Schaf- und Ziegenhalter ein Gebiet zwischen 20 und 25 Hektar zur Verfügung stellen zu können, damit die Herden alle vier bis sechs Wochen weitergetrieben werden können. Ebenso sei es ein Ziel, zusammengehörige Gebiete zu erreichen. Wenn die Herde nämlich auf Triebwegen "umziehen" könne, stelle dies nicht nur logistisch, sondern auch umwelttechnisch einen Pluspunkt dar.
Bereits im Jahr 2017 solle der Regelbetrieb starten. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Projekts, meint Hiltl, sei, dass nicht die wirtschaftlichen Interessen im Fokus stünden, sondern die Natur.