Die Kulmbacher Liberalen haben in der "Stadtschänke" offiziell den Wahlkampf eingeläutet. Bundestagskandidat Stefan Wolf stellte den Mitgliedern des FDP-Kreisverbands sich und seine Wahlkampfschwerpunkte vor.
"Als jemand, der Psychologie studiert hat, liegen mir die Gesundheitsthemen natürlich besonders am Herzen", sagte der Bamberger und legte seine Argumente gegen die ärztliche Bedarfsplanung dar. "Sie stammt noch aus der Zeit der Ärzteschwemme und hat mit der Realität nichts zu tun." Der ländliche Raum leide besonders darunter. Auch aufgrund der Budgetierung der Krankenkassen sei es für Ärzte schwierig zu bestehen.
Doch auch weitere Themen beschäftigen die Freien Demokraten auf lokaler Ebene. "Wir brauchen in Oberfranken einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr", sagte Bezirksvorsitzender Thomas Nagel. "Bustaxi, Ruftaxi, schnelleres Internet sind wichtige Schlagworte, ebenso wie mehr Ärzte und die kommunale Verantwortung der Sparkassen."
Für ganz wesentlich hält Nagel, den Tourismus in Oberfranken zu stärken, insbesondere müssten attraktive Programme für Senioren und Familien erarbeitet werden. Der Generalsekretär der FDP Bayern, Daniel Föst, plädierte für Freiheit als ein Lebensgefühl. "Wie schnell die Freiheit weg ist, sehen wir momentan beispielsweise anhand der Türkei, der Kampf ist nie beendet, wir müssen wachsam sein."
Er kritisierte, dass in Boomphasen die größten Fehler gemacht würden und dass die aktuelle Bundesregierung nur die Gegenwart verwalte. "Unser Land verliert an Innovationskraft, wir investierten 2016 weniger als 2013", sagte er. "Und unser Bildungssystem weist eine Lücke von 39 Milliarden Euro auf, das muss geändert werden."
Zu seinen Forderungen zur Stärkung der Mittelschicht gehören die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und der kalten Progression, denn hier wandere das Geld direkt aus der Mittelschicht ab. Bezahlbarer Wohnraum, ausreichende und flexible Kindertagesstätten sowie Entbürokratisierung der Baubranche ("Nirgends auf der Welt wird so teuer gebaut wie in Deutschland") komplettierten seine politischen Ziele.