Veitshöchheim — Die 120 besten Kunstturnerinnen ab neun Jahren aus Bayern ermittelten ihre Meister an vier Geräten und im Mehrkampf.
Der TSV 08 Kulmbach war schon fünf Jahre nicht mehr bei dieser Spitzensportveranstaltung vertreten. Im Vorfeld hatte keiner der 08-Trainer davon zu wagen geträumt, dass man gleich wieder vorne mitmischen würde.
Doch mit Nadja Nagel hat der TSV 08 eines der größten bayerischen Talente in seinen Reihen. Die Elfjährige hat sich im vergangenen Jahr so sehr steigern können, dass sie sogar eine Altersklasse höher, nämlich bei den Zwölfjährigen, antrat und dort die Konkurrenz zur Freude und Überraschung aller mitgereisten Kulmbacher kräftig aufmischte.
In dieser Altersklasse werden bereits die Anforderungen der olympischen Kür an die Mädchen gestellt. Nadja beherrscht diese zum Großteil schon glänzend. Am Boden war sie noch etwas nervös, zeigte aber als einzige Turnerin gleich mehrfache Akrobatikserien mit Schraubensalti.
Der Medaillenregen für die 08-Turnerin begann am Sprungtisch, wo sie für ihren tollen Tsukahara mit dem 3. Platz belohnt wurde. Gleiches gelang ihr am Stufenbarren und Schwebebalken, wo sie vor allem durch ihre Sicherheit die Kampfrichter beeindruckte. Am Ende schaffte Nadja Nagel sogar in der Königsdisziplin, dem Mehrkampf aus allen vier Geräten, als Dritte den Sprung aufs Treppchen. Bei der Elfjährigen war die Freude über den Pokal im Mehrkampf und drei weitere Medaillen riesengroß.
Aber nicht nur Nadja feierte eine herausragende Premiere in der olympischen Kür.








Stephanie Galler vom TSV 08 schaffte in der Aktivenklasse (16 Jahre und älter) eine kleine Sensation. Dieser Wettkampf war fast ausschließlich mit Bundesligaturnerinnen besetzt und fand daher auf außergewöhnlich hohem Niveau statt. Stephanie ließ sich aber dank ihrer Erfahrung nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem auf dem "Zitterbalken" behielt Stephanie die Nerven. Am Boden hatte sie ihre Übung in den vergangenen Monaten nochmals deutlich aufgestockt und nun nicht nur Salti rückwärts mit Schrauben, sondern auch Schrauben in den Vorwärtssalti eingebaut. Diese gelangen ihr im Wertungsdurchgang so toll, dass sie mit der Bronzemedaille den größten Erfolg ihrer Turnkarriere verbuchen konnte. Damit nicht genug. Auch am Sprung präsentierte sich die Kulmbacherin in toller Form. Keine der Konkurrentinnen erreichte beim Abflug ihre Höhe. Leider fehlte ihr an diesem Gerät am Ende ein Zehntel zum Silberrang, und sie wurde Vierte. Die große Überraschung gab es dann aber bei der Ehrung der drei Mehrkampfbesten, als die zur Zeit beste Kulmbacher Turnerin viele Bundesligaturnerinnen hinter sich ließ und sensationell auf Platz 3 landete. Stephanie und Nadja schafften bei diesen Bayerischen Meisterschaften mit gleich sechs Podestplätzen das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Als Kampfrichterin mit Bundeslizenz war Christa Knarr vom TSV 08 eingesetzt. Die wurde außerdem für den Deutschlandpokal nominiert.
C.P.