Im Schreinerberuf ist es wichtig, technisch einwandfrei zu arbeiten, die richtigen Materialien zu wählen und ein gutes Gespür für Design und Gestaltung zu haben. Im Gesellenstück soll sich nach drei Jahren Ausbildung zeigen, wie der Jungschreiner seine Fähigkeiten umsetzt.
Am Wochenende konnte sich jedermann in der Aula der Berufsschule Haßfurt ein Bild davon machen, was modernes Schreiner-Handwerk bedeutet: In einer Ausstellung musste jeder der Auszubildenden öffentlich sein Gesellenstück dem Prüfungsausschuss erläutern. Da ging es um die Umsetzung der ursprünglichen Zeichnung, um die Wahl der richtigen Holzart für die jeweilige Verwendung, um glatt laufende Schubladen, Oberflächenverarbeitung und maßgenaue Verbindungen.
In die praktische Note fließen außerdem Punkte aus dem Betrieb ein, wie die Arbeitsplatz-Organisation, die Maschinenarbeit und auch die Sauberkeit am Arbeitsplatz.


Handwerkskunst und Design

Frederic Will hat ein Bett gebaut, weil er selbst gerade eins braucht: Zwei Nachttischkon-solen gehören ebenso dazu wie LED-Beleuchtung. 83 Stunden Arbeit hat er hineingesteckt. "Eigentlich muss so ein Bett in einer Woche fertig sein, aber es gab ein paar Pannen beim Lackieren", gestand er ein.
Bei der notenmäßigen Bewertung des Gesellenstücks geht es ausschließlich um die handwerkliche Ausführung, das Design wird durch den Wettbewerb "Die gute Form" bewertet. Hier gewannen Julian Szczurek (Krines GmbH Sand) für seine Sitzbank und Justine Maicherczyk (Schreinerei Kirchner Ermershausen) für ihren Couchtisch. Die Sitzbank gefiel der Jury durch ihre ausgefallene Form, die Material- und Farbkombination mit den birkenrinden-furnierten Seiten. Beim Couchtisch wurde die gekonnte Zusammenstellung einzelner rechteckiger Bauteile gelobt. Die matte Oberfläche und die Kombination heller und dunkler Holzteile gefielen besonders.


"Die gute Form"

Ein besonderes Möbelstück ist auch die Chaiselongue von Nicolas Birken (Schreinerei Vogel Obertheres). Das Möbelstück in moderner Form mit einer pfiffigen Grifflösung und viel Stauraum war der Jury eine lobende Anerkennung wert.