von unserem Mitarbeiter Horst Lange

Lauter — Eher durchwachsen stellt sich die finanzielle Situation in der Gemeinde Lauter derzeit dar. Wie der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Baunach, Bernhard Weber, in der Haushaltssitzung des Gemeinderats ausführte, sei dies die Folge der großen Investitionen der vergangenen zwei Jahre, als der Bau des Regenüberlaufbeckens in Deusdorf anstand.
Unabdingbar, so Weber, bleibe dennoch, dass die Abwasser entsorgungsanlage der Gemeinde weiter saniert und erneuert werden muss. Dabei sei aber noch unklar, wann und in welcher Höhe die Mittel der beteiligten Gemeinden fließen. So stehen laut Kämmerer noch Einnahmen aus dem Planjahr 2014 in Höhe von 276 000 Euro aus. Erst wenn die Finanzierung der im Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen sicher sei, könne mit den Arbeiten an der Abwasseranlage fortgefahren werden.


Mehr Gewerbesteuer

Positiv gewertet wurde der Anstieg der Gewerbesteuer auf nun 290 520 Euro. Zum 1. Januar 2015 belief sich der Schuldenstand der Gemeinde auf 833 373 Euro. Durch planmäßige Tilgungen von 61 405 Euro und den Verzicht auf neue Kredite werde sich die Verschuldung zum Jahresende auf 771 968 Euro vermindern. Damit betrage die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1153 Einwohnern am Jahresende 669,53 Euro.
Bei den Investitionen im Finanzplanungszeitraum schlägt in diesem Jahr der notwendige Neuerwerb eines Traktors für 62 500 Euro zu Buche. Auch die Erneuerung der Brunnenstube, die nahezu abgeschlossen ist, kostet die Gemeinde Lauter 115 000 Euro ohne zu erwartende Zuschüsse.
In der Zukunft, so mahnte der Kämmerer, sei für Investitionen kaum Spielraum. Die Gemeinde Lauter müsse aus Sicht der Finanzverwaltung die derzeit geplanten Abwassermaßnahmen bis 2020 zum Abschluss bringen. Ansonsten könnten nur noch die kommunalen Pflichtaufgaben erfüllt werden.
So bewertete Weber am Ende die Finanzlage der Gemeinde Lauter als "noch befriedigend". Die finanzielle Leistungsfähigkeit bis zum Jahr 2018 sei in der mittelfristigen Finanzplanung nachgewiesen. Der Gemeinderat Lauter unter Vorsitz von Bürgermeister Armin Postler (CSU) stimmte der Haushaltssatzung und dem Finanzplan einstimmig zu.
Ebenso einstimmig war das Gremium für den Vollzug des Bebauungsplanes Sondergebiet "Holzhallen" in Appendorf, den die Landschaftsplanerin Cäcilia Neubauer vorstellte. Hier entstehen insgesamt 13 Hallen zur Lagerung und Aufbereitung von Holz. Das vorgestellte Konzept der Eigentümer wurde in der Planung größtenteils übernommen. Die Wände werden mit Holz und an den Wetterseiten mit Trapezblech verkleidet.


Kein weiterer Hydrant

Ein Antrag der Feuerwehr, in diesem Bereich einen Unterflurhydranten zu installieren, wurde vom Wasserzweckverband Falkenstein aus Kosten- und praktischen Gründen abgelehnt.
Als erfreulich sah Bürgermeister Postler die Tatsache, dass in Lauter und Deusdorf wieder vermehrt junge Leute zur Feuerwehr gehen. So fiel es auch ein bisschen leichter, für Ersatzbeschaffungen wie neue Stiefel insgesamt 7446 Euro in den Haushalt einzustellen.
Bei einer Gegenstimme befürwortete das Gremium den Antrag des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe Reckendorf, der die Gemeinde Lauter gebeten hatte, als Kooperationspartner ohne bestimmte Verpflichtungen beizutreten. Dies sei, so verdeutlichte Postler, umso selbstverständlicher, als die Gemeinde keine geeigneten Unterkünfte für Asylbewerber zur Verfügung stellen könne.
Die Brunnenstube mit Steg über die Lauter ist nahezu fertiggestellt. Nun soll noch eine Gedenktafel angebracht werden, wofür der Bürgermeister noch Angebote mit verschiedenen Ausführungen und Materialien einholen möchte.