Selbst ist der Mann sagten sich die Musiker der Gruppe Mellosheen. Sie igelten sich im Tonstudio von Bandmitglied Volker Hofmann in Unterneuses ein, wo sie ihr aktuelles Album "Pinpricks" einspielten, dessen Cover eine alte Nähmaschine ziert.
Was hat es mit dem Motiv auf sich? "Für unsere Do-It-Yourself-Herangehensweise wählten wir den nicht alltäglichen Begriff ,pinpricks', was auf Deutsch so viel wie Nadelstiche bedeutet. Da wir die Idee hatten, das Begleitheft zur CD ,pinpricks‘ mit einer Nähmaschinennaht zu fixieren, war der Weg nicht mehr weit zum Covermotiv. Im Heft tauchen zudem Nähmustervorlagen sowie Schere, Nadel und Faden auf", klärt Gitarrist und Sänger Guido Apel auf. Am Samstag, 12. November, stellt die Gruppe ab 20 Uhr in der Burgkunstadter Kleinkunstkneipe "Rösla" ihre anspruchsvollen Popsongs vor, die nicht von der Casting-Show-Stange kommen, sondern maßgeschneidert für den Hörer anspruchsvoller Musik sind.


In der Region keine Unbekannten

Abgesehen von Schlagzeuger Jens Kußmann sind alle Akteure der Band heimischen Musikfans wohl bekannt: Guido Apel wirkte bei Udo Langers Musicalproduktionen mit, bildete mit Langer und Kurt Schleicher (Saitenwynd) die beliebte Band Phynff Lloyd. Mit der heimischen Gruppe Llyn Y Morynion tourte er zweimal erfolgreich durch Großbritannien. Bassist Volker Hofmann spielte bei der legendären Formation Marples, deren Video "Ice Truck Fuck Hardcore" mit mehreren Preisen bedacht worden war. Der Burgkunstadter Dominik Tremel, der als Dirigent am Landestheater in Coburg arbeitet, spielte einst in der Folkband Tara. Darauf angesprochen, ob er sich als Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten sehe, meint der Keyboarder: "Es fühlt sich schon manchmal skurril an, wenn ich morgens in Coburg Beethovens ,Fidelio‘ probe und am Nachmittag dann mit meiner Popband Mellosheen spiele."
Der Song "Star" strahlt sogar barockes Flair aus. Das Keyboard erinnert an ein Cembalo, ein im Barock viel verwendetes Instrument. "Das Stück war nie als ein ,barockes‘ Lied gedacht. Mir kamen eher die 60er Jahren in den Sinn, wo Popmusiker in ihren experimentelleren Momenten mal gerne zu popmusikfremden Instrumenten griffen", klärt Apel auf, der das Stück geschrieben hat.


Kreativer Prozess

"Wir kommen aus verschiedenen musikalischen Ecken", betont Kußmann. Er spricht von einem weiträumigen kreativen Prozess, der relativ wenige Einschränkungen mache. Davon können sich die Besucher am 12. November im "Rösla" in Burgkunstadt überzeugen. Für Apel ist es eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Der Musiker hatte hier einst der Kleinkunst unter dem Namen Pegasus ein Forum eingeräumt.