Großenseebach — Weder Piloten noch Fluglotsen oder Flugbegleiter hatten gestreikt. Die Fluggäste nahmen Platz, die Sicherheitsfragen wurden geklärt und die vollbesetzte Großenseebacher Mehrzweckhalle konnte auf eine musikalische Reise abheben. Flugkapitän und Dirigent Matthias Uri und seine Copilotin Sonja Müller entführten mit ihrer Crew die Fluggäste an Bord der Juka Air auf eine Reise bis zur Milchstraße.
In der First- und Business Class konnte Moderatorin Maria Willert mit Landrat Alexander Tritthart und seine Gattin, sowie Bürgermeister Bernhard Seeberger und Altbürgermeister Friedrich Hückel mit Gattin und den Vorsitzenden des Musikrates Bernhard Schwab mit seiner Gattin Monika, auch VIP-Gäste begrüßen. Das 27. Konzert der Jugendkapelle Großenseebach stand unter dem Motto "High, high, up to the sky!" und beendete den Großenseebacher Herbst.
Nach dem kraftvollen Start mit "Defying Gravity" trotzte der Düsenjet der Schwerkraft und den Turbulenzen und führte zu einem erhabenen Flug über die Wolken. Beim nachfolgenden Stück "Voyage into the Blue" erhob sich das Flugzeug ins endlose Blau des Himmels und schwebte im zweiten Satz durch einen sternenübersäten Nachthimmel, bevor es schließlich in einem beeindruckenden Morgenrot sicher landete.


Vom Weltall zu den Weltmeeren

So schob anschließend der Wolkenmann "Cloud(iu)s" die grauen Regenschauer schnell beiseite und machte Platz für das Stück "Starflash" von Otto M. Schwarz. Der Komponist sah am Nachthimmel über der griechischen Insel Kos zwei Sternschnuppen aufeinander zu fliegen und verglühen.
Die Musik setzt mit einer Fanfare ein, die das Weltall und den Flug der Sternschnuppen beschreibt. Auch die Crew wurde gewechselt und das Nachwuchsorchester nahm auf der Bühne Platz. Die Ouvertüre "Tell Saga" erzählte eine kleine Geschichte über den Schweizer Volkshelden Wilhelm Tell. Sie beginnt mit einem Gebet in der Kapelle, die Aufständischen bitten den Herrn um Hilfe und am Ende läutet die Freiheitsglocke. Mit "Pirates of Rock" bewies der Nachwuchs seine Unerschrockenheit. Die jungen Instrumentalisten traten für ihre ersten Auftritte dem Publikum ebenso tapfer gegenüber wie der heldenhafte Pirat, der bei seinen Abenteuern der Gefahr ins Auge blickt.
Gestreikt wurde dann doch, die Flugbegleiter weigerten sich Getränke und Snacks zu servieren, so mussten sich die Fluggäste in der Pause selbst bedienen.
Mit der Filmmusik einer amerikanischen Fernsehserie steigerte sich der Nachwuchs spieltechnisch, und toppte mit den "Vienna Variations" von Alfred Bösendorfer den Schwierigkeitsgrad nochmals.
Der Lohn war frenetischer Applaus, die Besucher bekamen eine Zugabe. Mit dem modernen Intermezzo "Der Komet" wurde der Flug fortgesetzt. Mit der Copilotin Sonja Müller ging es mit dem "Milky Way Express" in die Tiefen des Weltalls und die Passagiere erlebten einen Moment des Heimwehs, als der Jet sich durch die Milchstraße wagte.


Erinnerung an Zeppelinabsturz

Mit dem Marsch "Per aspera ad astra" von Ernst Urbach (auf Deutsch: auf rauen Wegen zu den Sternen) neigte sich das Konzert dem Ende und die Moderatorin kündete mit "Hindenburg" ein außergewöhnliches Stück an. Das anspruchsvolle Musikstück erinnerte an das schreckliche Ende des Luftschiff-Unglücks in Amerika. Da es vom Tower keine Landerlaubnis gab, musste das Orchester noch zwei Zugaben spielen.


Geglückte Flugreise

An Wortspielmöglichkeiten rund um das Herbstkonzert der Jugendkapelle Großenseebach mangelte es wirklich nicht, dafür hatten die Musiker mit ihrer Hallendekoration und die Moderatorin Maria Willert selbst gesorgt, als mit dem "Take Off" die musikalisch-virtuelle Flugreise begann. Klappte der Start? Konnten Turbulenzen vermieden werden? Reichte der Kraftstoff? Landete man am Ende des Abends sicher wieder in Großenseebach? Es drängten sich viele Analogien zum Thema Fliegen auf. Und um die genannten Fragen zu beantworten: Ja, alles im grünen Bereich!