Eine Verbesserung der dörflichen und der touristischen Infrastruktur, höhere Lebensqualität, die Stärkung der Wirtschaft mit Sicherung der Nahversorgung und vieles mehr verspricht sich die Gemeinde Münchsteinach von zwei neuen LAG-Projekten. In der Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Südlicher Steigerwald wurden beide beschlussmäßig auf den Weg gebracht.
Die Auswahl gehe nicht immer ohne Diskussion vonstatten, erklärte LAG-Vorsitzender, Schlüsselfelds ehemaliger Bürgermeister Georg Zipfel, der die Sitzung leitete. Auch Münch-steinachs Bürgermeister Jürgen Riedel habe dem Gremium seine Vorhaben ausführlich darstellen müssen. Zipfel weiß aber auch, dass die Gemeinde im Naturpark Steigerwald auf touristische Erschließung angewiesen ist, ja "praktisch davon lebt".
Unter diesem Aspekt sehen die Münchsteinacher auch die Generalsanierung ihres 60 Jahre alten Mineralbads. Im Umfeld des 1956 erbauten Freibads entwickelte sich ein Campingplatz, der heute 180 Stellplätze umfasst. Er sei für Münchsteinach und den gesamten südlichen Steigerwald von großer Bedeutung. Das Bad erhöhe aber auch die Lebensqualität und trage dazu bei, die Landflucht einzudämmen. Bei bis zu 500 Campinggästen in Ferienzeiten fließe Kaufkraft in Gastronomie und Einzelhandel. Auch die örtliche Arztpraxis, die Banken und der Tierarzt würden davon profitieren.
Mit der Umwandlung in ein Naturbad erhalte das Freibad Alleinstellungscharakter. Die Attraktivität soll durch einen Quellstein, Bachlauf, Matsch- und Planschbereich für Kinder, einen Sprungfelsen, einen Strandbereich mit Kiesbett und nicht zuletzt durch eine Wasserrutsche mit Künstlerplattform gesteigert werden.


Ein Platz für heimische Künstler

Auf diese Wasserrutsche mit Künstlerplattform zielt der LAG-Antrag ab. Die Kosten dafür sind mit rund 140 000 Euro veranschlagt. 47 174 Euro an Förderung sind dafür in Aussicht gestellt. Die Rutsche wird auf eine Länge von 36 Metern als Halbschale aus Edelstahl den Hang entlangführen. In einer Schleife soll die Plattform entstehen, auf der heimischen Künstlern die Gelegenheit gegeben wird, wechselweise ihre Kunstwerke auszustellen. Das Projekt soll im April dieses Jahres begonnen werden und bis Mai 2018 fertiggestellt sein.
Ebenfalls dem Bekanntheitsgrad der Gemeinde und damit dem Tourismus soll das zweite Projekt dienen. Die Gemeinde setzt dabei auf ihre Klosterkirche, eine Kostbarkeit abseits der großen Tourismusstraßen, die alljährlich viele Besucher anzieht. Die romanische Klosterkirche von Münchsteinach sei im Inneren einzigartig erhalten. Die einstige Größe und Anordnung des ehemaligen Benediktinerklosters sei heute jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Obwohl Kirchenführungen sher gefragt sind und sich vier ehrenamtliche Kirchenführer darum bemühen, könnten auch sie die ehemalige Klosteranlage den Besuchern nicht anschaulich vermitteln. Künftig soll ein Bronzemodell das gesamte Klosterareal im ursprünglichen Zustand vor der Zerstörung im Jahr 1525 darstellen. Das Modell wird einen Platz auf einem Sandsteinsockel im Klosterhof bekommen. Es soll bereits im Oktober dieses Jahres fertig sein. Die Kosten sind auf rund 33 000 Euro veranschlagt. 19 967 Euro sollen aus LAG-Mitteln für das Bronzemodell fließen.