Haig — Es war die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In vielen Fußballerherzen wurde der Wunsch wach, diesem Sport wieder einen zentralen Platz im Dorfgeschehen einzuräumen. Alfons Engel, Franz Heinisch und Baptist Müller gehörten zu ihnen. Seit 70 Jahren halten diese dem FC Wacker nun schon die Treue. Für die außergewöhnlich lange Unterstützung wurden sie von dem Haiger Traditionsverein bei der Hauptversammlung ausgezeichnet.
Alfons Engel, heute 85 Jahre alt, erinnert sich noch genau an die mühevolle Aufbauarbeit. Zunächst habe es gegolten, die von den amerikanischen Panzern schwer beschädigte Platzanlage wieder herzurichten. Aber selbst danach sei die Sportfläche bei Weitem nicht zu vergleichen gewesen mit heutigen Bedingungen. Der Platz sei kleiner gewesen als heute, extrem feucht und mit Binsen übersät. Das alles habe jedoch der Begeisterung für den Fußball keinen Abbruch getan.
Mit 17 Jahren hat Alfons Engel als Linksaußen in der 1. Mannschaft gespielt. Haig war damals der I A-Liga Kronach zugeteilt, die später in "A-Klasse" umbenannt wurde. Gerne erzählt er, wie er mit einem Tor dem Landesliga-Aufsteiger Pressig die einzige Niederlage der Saison beibrachte. "Eine der größten Schwierigkeiten ist der Mangel an Fahrzeugen gewesen. Zu den Auswärtsspielen ging es mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Sogar ein Unimog mit zwei Anhängern und Bänken darauf wurde angemietet, um zum Beispiel bis nach Schneckenlohe zu gelangen", erzählt der Jubilar.
Sein Interesse an der Sportart ist auch im hohen Alter ungebrochen. Wenn es seine Gesundheit erlaubt, ist er bei Punktspielen auf dem Fußballplatz. Im Sportteil der Tageszeitung informiert er sich stets über alle Ergebnisse, um diese dann akribisch in seine eigene Statistik zu übertragen. Den Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisliga wünscht sich auch sein gleichaltriger Kollege Franz Heinisch. Ein Vierteljahrhundert hat sich dieser als Platzkassierer engagiert, darüber hinaus auch einige Jahre als Kassenprüfer.
BLSV-Kreisvorsitzender Karl H. Fick stellte in seinem Grußwort fest: "Die 70-jährige Mitgliedschaft der Jubilare ist ein Ereignis von besonderer Bedeutung, das auch entsprechend zu würdigen ist." Reinhard Conradi