Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte in die jüngste Sitzung des Herzogenauracher Stadtrats einen Antrag eingebracht, demzufolge vier Unterrichtshilfen im Schuljahr 2016/2017 in den beiden 5. und 6. Klassen der Mittelschule eingesetzt werden sollten. Die Mittelschule sei zwar pflichtgemäß mit Lehrkräften und Unterrichtsstunden versorgt, heißt es in der Antragsbegründung.
Es habe sich aber gezeigt, dass der Schlüssel, der für die Anzahl der zugeteilten Unterrichtsstunden angewendet wird, bei Schulen mit geringer Schülerzahl zwar ausreicht, aber nicht förderfreundlich sei.
"Dies befürchtet auch die Schulleitung", erklärte Retta Müller-Schimmel, und deshalb sollten vier "Hilfen" eingesetzt werden, um das Lehr- und Lernklima für die Mittelschüler zu verbessern. Der Arbeitsumfang sollte pro Hilfe 10 bis 20 Wochenstunden betragen.
Der Antrag stieß bei Bürgermeister German Hacker (SPD) und bei den Stadträten keineswegs auf Ablehnung. Der Bürgermeister verwies zwar auf die moderne und gut ausgestattete Mittelschule mit hervorragenden Lehrkräften, signalisierte aber trotzdem Zustimmung für einen einjährigen Probebetrieb. "Es ist zwar keine Pflichtaufgabe der Stadt Herzogenaurach, zusätzliche Personalkapazitäten an der Mittelschule Herzogenaurach zu schaffen. Allerdings hat sich in der Tat in diesem Schuljahr durch die spezielle Konstellation der Verteilung der Schülerzahlen auf die verschiedenen Jahrgangsstufen und die nach wie vor gegenüber vergangenen Zeiträumen relativ geringe Schülerzahl der Mittelschule eine Personalausstattung ergeben, die der Schulleitung nur wenig Spielraum für sinnvolle, zusätzliche pädagogische Hilfen lässt", erklärte der Bürgermeister dazu.
Manfred Welker (FW) sieht in der Situation das Ergebnis einer verfehlten Schulpolitik des Kultusministeriums. "Das Problem liegt beim Akademikerisierungs-Wahnsinn in diesem Land, das ist an den offenen Lehrstellen ersichtlich. Bildung ist sehr wichtig, und wir werden den Antrag unterstützen", kündigte Konrad Körner für die CSU-Fraktion an. Und der Bürgermeister erklärte: "Eine besondere Unterstützung, gerade in den beiden Eingangsjahrgangsstufen, steht pädagogisch völlig außer Frage, wenngleich angemerkt werden muss, dass natürlich nicht alles geht, was wünschenswert ist." Am Ende bekamen Bürgermeister und Verwaltung den Auftrag, sich um vier Hilfen zu kümmern. Man werde dazu die VHS ins Boot holen, erklärte Hacker.