Das Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt, der "Treff am Bürglaßschlösschen" hat sich zu einer festen Größe in Coburg entwickelt. Von einem bloßen Seniorentreff, so die Wortwahl in den Anfangsjahren, kann schon lange keine Rede mehr sein. Und das Miteinander der Generationen funktioniert. "Wir bringen Jung und Alt in den Dialog", erklärten die beiden Leiterinnen Liane Blietzsch und Birgit Schober. "Die haben sich viel zu sagen!" Das unterstreichen nicht nur die 24 Kindergeburtstagsfeiern, die allein im vergangenen Jahr im ehemaligen Nur-Seniorentreff stattfanden.
Der im Jahr 2008 von der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen offiziell zum Mehrgenerationenhaus ernannte "Treff am Bürglaßschlösschen" ruht auf drei Säulen. Da ist zum einen die Begegnungsstätte an sich; dazu kommen dann spezielle Generationenprojekte und schließlich noch die Fachstelle für pflegende Angehörige.
Startete der damalige Nur-Seniorentreff im Jahr 1994 mit 568 Veranstaltungen und 4162 Teilnehmern, zählte die Statistik im vergangenen Jahr 2015 schon beeindruckende 1927 Veranstaltungen mit 18 666 Teilnehmern. Der absolute Renner ist der gemeinsame Mittagstisch mit 5810 Gästen im vergangenen Jahr. Dieser ist oft Türöffner für die weiteren Angebote im Haus. Und der gemeinsame Mittagstisch ist ja nicht nur einfach Nahrungsaufnahme. Er ist die Basis für Gespräch und Begegnung.


Sponsoren füllen die Lücke

Dieses Angebot stand ja zeitweise auf der Kippe, nachdem die Fördermittel des Bundes weggefallen waren. Großzügige Sponsoren, darunter auch ein Fahrzeugteilehersteller aus dem Coburger Süden, haben zwischenzeitlich die finanzielle Lücke geschlossen.
Die Palette der Angebote im Treff ist sehr breit aufgestellt. Das reicht von sportlichen Angeboten über musische Entfaltungsmöglichkeiten beim Singen und Malen, Angebote zu Gesundheit und Körperpflege bis hin zu Sprachkursen in Englisch, Französisch und Italienisch. Die ältere Generation hat auch ein zunehmendes Interesse am Umgang mit Internet und Computer. Da gibt es eben jetzt auch PC-Einzelkurse, also auf einen lernbegierigen Schüler entfällt ein kundiger Betreuer. Dafür muss der lernbegierige Schüler nicht einmal in den Treff am Prinzessinnengarten kommen, der kundige Lehrende kommt auch zum Schüler ins Haus.
Blietzsch und Schober freuen sich über ein engagiertes ehrenamtliches Team. Fast 350 Männer und Frauen arbeiten in den verschiedenen Themenbereichen des Hauses unentgeltlich mit, vom Referenten bei einem Vortrag bis hin zum passionierten Bastler im noch recht jungen Repaircafé.
"Das Mehrgenerationenhaus ist ein verlässlicher Partner in der Seniorenarbeit der Stadt Coburg", lobte Verwaltungsrat Peter Schubert vom Sozialamt der Stadt die Einrichtung. Bürgermeister Thomas Nowak möchte die erfolgreiche Arbeit des Treffs auch in den Stadtteilen fortführen. mako