Ein Flamingo im Kreiskrankenhaus: Dabei handelt es sich allerdings nicht um das exotische rosagefiederte Tier, sondern so heißt auch ein von der Höchstadter Medizintechnikfirma Medwork entwickeltes medizinisches Instrument.
Der neue Chefarzt der Inneren Medizin am Höchstadter Krankenhaus, Martin Grauer, entfernt damit und mithilfe eines Gastroskopes eingewachsene Halteplatten von sogenannten perkutanen enteralen Gastrostomie-Sonden (PEG-Sonden) beim "Buried-Bumper-Syndrom". Diese Sonden ernähren laut einer Mitteilung der Stadt Höchstadt vor allem Patienten mit dauerhaften Schluckstörungen nach einem Schlaganfall oder Patienten mit Speiseröhrenkrebs.
Diese würden durch die Magenwand gelegt werden. Bei rund vier Prozent dieser Patienten wächst die innere Halteplatte der Sonde in die Magenwand ein und ist in schweren Fällen komplett mit Magenschleimhaut bedeckt. Im Englischen wird dies auch "buried bumper" genannt. Durchgängigkeit und Funktion der Sonde nehmen dabei zunehmend ab.


Neue Sonde ohne Komplikationen

Bis vor kurzem mussten diese eingewachsenen Platten mittels offener Bauchoperation entfernt werden. Mit dem von Medwork in Höchstadt entwickelten Instrument, dessen Form dem Hals eines Flamingos ähnelt, können Ärzte die Halteplatte schonend endoskopisch entfernen - ganz ohne Bauchoperation, so die Erklärung.
So wie bei einem 68 Jahre alten Patienten im Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt. Seine Sonde, die er seit dem Jahr 2011 trägt, war bereits komplett in die Magenwand eingewachsen. Martin Grauer hat ihm die Halteplatte mithilfe der neuen Methode ohne Komplikationen entfernt und eine neue Sonde angelegt. Künftig könnten von dieser Methode weitere Patienten profitieren.
Für Grauer unterstreicht der Eingriff die gelungene Kooperation zwischen dem Kreiskrankenhaus Höchstadt und den lokalen Medizintechnikherstellern - regional und somit so gar nicht exotisch. red