von unserer Mitarbeiterin 
Sabine Weinbeer

Wonfurt — Der Kreisjugendring Haßberge wird eine Arbeitsgruppe bilden, die sich um eine angemessene Willkommenskultur für jugendliche Flüchtlinge im Landkreis Haßberge bemüht. Dieser Antrag des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) wurde bei der Herbstvollversammlung des Jugendrings in Wonfurt einstimmig angenommen.
Der Jugendseelsorger Matthias Vetter erklärte, dass gerade die jugendlichen Flüchtlinge in einer schwierigen Lage sind, wenn sie hier ankommen. Sie hätten noch keinen Anspruch auf einen Deutsch-Kurs, möchten aber die Sprache lernen und Kontakt zu anderen jungen Leuten suchen. Gerade Jugendverbände und Vereine könnten diese jungen Leute am leichtesten integrieren und ihnen das Gefühl geben, willkommen zu sein, und helfen, ihre schlimmen Erfahrungen zu verarbeiten.
Dem stimmte Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann zu. In Ebern sind nach seinen Angaben mittlerweile 70 Flüchtlinge untergebracht, darunter 18 Jugendliche. Ein sehr aktiver Asylhelfer-Kreis sei offen auf die Menschen zugegangen und es habe sich bereits ein sehr intensives und offenes Miteinander entwickelt. Einige der jungen Leute treiben laut Hennemann bereits Sport in Vereinen; der BLSV habe nämlich bereits die Versicherungsfrage geklärt. Jeder, der Zeit investieren wolle, finde hier ein fruchtbares Feld, ob es um Sprachunterricht, Begleitung beim Einkauf oder Mobilität geht. Kreisjugendring-Vorsitzender Daniel Fischer informierte die Delegierten aus den Verbänden, dass sich derzeit 155 jugendliche Flüchtlinge im Landkreis aufhalten, davon zehn ohne Eltern.

Werbung für die Juleica

Gast in der Vollversammlung war Manuel Koch, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Jugendrings, der auf die Juleica-Kampagne des Bayerischen Jugendrings aufmerksam machte. Die Jugendleiter-Karte (Juleica) gibt es zwar schon länger, doch sollte ihre Bedeutung als Qualifikationsnachweis stärker unterstrichen werden, bat er. Die Vergünstigungen, die Juleica-Inhaber in Anspruch nehmen können, seien schön und gut, so Koch, doch bekomme die Karte nur, wer bestimmte Ausbildungen absolviert hat. Damit hätten er und auch Veranstalter etwa von Jugendfreizeiten eine gewisse Sicherheit. Und auch Eltern wüssten, dass sie ihre Kinder in die Hände von erfahrenen und geschulten Jugendleitern geben. Nicht zuletzt sei die Juleica auch ein Nachweis für soziale Kompetenzen, wenn es um Ausbildungs- oder Arbeitsplatz geht.
Eva Pfeil von der Präventionsstelle des Jugendamtes am Landratsamt stellte die Broschüre "Party?... aber sicher!" vor. Sie ist ein Leitfaden für alle Veranstalter von Jugend-Events. Er trägt alle rechtlichen Rahmenbedingungen zusammen, gibt organisatorische Tipps, hat Ablaufpläne parat und klärt Fragen wie "Was ist der Apfelsaft-Paragraph?". Die Broschüre kann in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings an der Promenade in Haßfurt abgeholt werden und steht mittlerweile auch zum Download zur Verfügung.
Weil der bisherige Kassenprüfer Michael Waldhäuser in die Innenrevision des Bayerischen Jugendrings gewechselt ist, hat er die Kassenprüfer-Funktion im Kreisjugendring niedergelegt. Als sein Nachfolger wurde Alexander Bergmann gewählt. Er ist der Zweite Vorsitzende des Jugendzentrums in Hofheim (Juz) und als Bankangestellter qualifiziert für diese Aufgabe.
Die Arbeitsplanung und der Haushaltsplan für 2015 wurden einstimmig verabschiedet. Um die Geschäftsstelle zu entlasten, sucht Vorsitzender Daniel Fischer einen Helfer, der im Rahmen der Ehrenamtspauschale den Materialverleih des Kreisjugendrings übernehmen würde.