Kronach — Mobbing in der Exfirma, Arbeitslosigkeit und Streit mit der Freundin bereiteten einem jungen Mann aus dem Landkreis großen Kummer. Als Lösung für seine schwierige Situation wollte dieser seine auf Zettel geschriebenen Sorgen verbrennen. Doch mit den Problemen verbrannte unglücklicherweise etwas mehr als geplant.
Am Dienstag musste sich nun der Mann am Kronacher Amtsgericht wegen Brandstiftung verantworten. Er wird beschuldigt, im Waldgebiet bei Mostholz ein Feuer entzündet zu haben, welches schließlich auf den Waldbestand übergriff. Jugendrichter Jürgen Fehn verurteilte den reuigen Angeklagten zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit.
"Ich wollte nur meine Sorgen verbrennen", verteidigte sich der 20-Jährige, der an einen größeren Brand nie gedacht habe. Er habe sich mit Grillanzünderflüssigkeit und zwei Gießkannen auf den Weg in den Wald gemacht, um die Sorgenzettelchen in einem Reisighaufen zu verbrennen. Doch dem aktiven Feuerwehrmitglied hätte klar sein müssen, dass 15 Liter Wasser für eine lodernde Feuerstelle nicht ausreiche, so Richter Fehn. Dementsprechend konnte der Angeklagte das Feuer auch nicht komplett löschen. Er verließ vielmehr die qualmende Stelle und machte sich mit dem Auto auf den Heimweg. Zuhause habe ihn sein Gewissen gezwickt und die Sorge, ob das Feuer auch wirklich gelöscht sei, gestand der Angeklagte.

Waldboden am Auto

Doch der Feueralarm kam dem jungen Mann zuvor - das Feuer griff auf den Waldbestand über und setzte zwei Fichten und eine Kiefer in Brand. Als Erster an der Brandstelle und mit verdächtigem Waldboden am, konnte ihn die Polizei schnell überführen. "Zuerst hat er es abstreiten wollen, aber durch die Beweise hat er seine Tat dann doch eingeräumt", berichtet ein Polizist, der als Zeuge geladen war.
Letztendlich kam dem jungen Mann während der Gerichtsverhandlung zugute, dass er noch keine eigenständige Lebensführung aufweisen konnte und somit noch als jugendlich einzuordnen sei. Staatsanwältin Melanie Krapf sah eine relativ milde Strafe für angemessen: "Der junge Mann war emotional aufgewühlt, der Schaden hielt sich in Grenzen und er war bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten."
Das Gericht folgte dieser Argumentation und verordnete den Angeklagten zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Damit kam der junge Mann noch einmal mit einem blauen Auge davon. Richter Fehn hielt abschließend fest: "Zum Glück hat es keine anderen Dimensionen angenommen, die Freiheitstrafe für Brandstiftung beträgt ein bis zehn Jahre." madö