Kulmbach — Schon eine Viertelstunde vor Beginn der Schulranzen-Party des Kulmbacher Serviceclubs Kiwanis stehen Diana, Leni und Tommy neugierig in der Tür, und schauen zu dem Tisch, auf dem eine Menge Schulranzen der Reihe nach aufgestellt sind.
Alle drei werden im September eingeschult. Gleich werden sie sich, zusammen mit weiteren sieben Jungs und einem Mädchen aus Kulmbach und dem Landkreis, ihr Lieblingsmodell aussuchen dürfen.
Tommy (6 Jahre) hatte eigentlich zuerst den Ranzen im Blick, auf dem ein Polizeiauto abgebildet ist. Aber dann hat er sich doch für das Motiv mit dem roten Formel-1-Flitzer entschieden. Er liebt schnelle Autos. Und er ist sportlich und trainiert in der ATS-Karateabteilung. Deshalb wird Sport auch eines seiner Lieblingsfächer in der Pestalozzischule werden, die er künftig besuchen wird. Den Schulweg kennt er schon, und er muss ihn auch nicht alleine gehen. Seine 8-jährige Schwester Lucie besucht bereits die gleiche Schule.
Die siebenjährige Leni wird in Mainleus das Abc lernen. Vorerst freut sie sich vor allem auf "Lesen lernen" und "Malen". Die Buntstifte befinden sich bereits in einem Federmäppchen, das neben einem Schlampermäppchen und einem Sportbeutel zur Ausstattung ihres neuen Ranzens gehört. Dessen Deckel ziert der Froschkönig, den Leni schon im Fernsehen angeschaut hat. Eine Schultüte darf sie sich auch gleich mit aussuchen.
Die Kiwanis Clubs in Deutschland helfen seit Jahren Kinder aus sozial schwachen Familien. Bereits zum achten Mal unterstützen die Kulmbacher Kiwanier, in Zusammenarbeit mit der Kulmbacher Tafel, mit dieser Aktion Schulanfänger aus Familien mit niedrigem Einkommen. Die Firma Renner & Rehm stellt die Schultaschen zum Einkaufspreis zur Verfügung. Barbara Renner weiß, dass ein funktionell und ergonomisch ausgestatteter Schulranzen schon ins Geld gehen kann. Um die 200 Euro kosten die aktuellen Modelle, die jedes Jahr verbessert werden.
Sie deutet auf ein Modell mit einer zusätzlichen Polsterung im Rückenbereich. "Das bewirkt, dass die Kinder gezwungen werden, aufrecht zu gehen, sobald das Gewicht des Ranzens auf das Kreuz drückt", erklärt sie. "So soll ein Katzenbuckel vermieden werden." An Ort und Stelle werden die ausgewählten Ranzen - mit einem Gewicht zwischen 800 und 1000 Gramm - dem Körperbau der Kinder genau angepasst. Danach werden sie erst einmal wieder eingelagert, und am 4. September in den Räumen der Tafel übergeben. hd