Nach 13 Monaten der Vakanz freut sich die evangelische Kirchengemeinde Redwitz mit Obristfeld mit Daniel Steffen Schwarz über einen neuen Pfarrer. Dieser wurde mit einem festlichen Gottesdienst und Installation sowie einem begeisterten Empfang begrüßt. Ebenso herzlich aufgenommen wurde seine Familie.


Respekt vor der Gemeinde

Das festliche Geläut der Glocken, der imposante Einzug sowie der evangelische Kirchenchor bestimmten den Beginn des Gottesdienstes zur Installation in der Obristfelder Nikolaus-kirche. Den Verlauf gestalteten Praedikantin Michaela Brief, Pfarrer Burkhard Sachs, Regionaljugendreferentin Damaris Kühner, die Pfarrer der Ostregion sowie stellvertretende Dekanin Anne Salzbrenner. Als Pfarrer müsse man Respekt, aber keine Furcht vor der Gemeinde und den Aufgaben haben, die da auf einen zukommen, sagte sie. Denn als Pfarrer sei man nicht allein in sein Amt gestellt, sondern das erweiterte Pfarrkapitel und die Gemeinde stünden zusammen. Daher könne man als evangelischer Pfarrer kraftvoll mit Liebe und Besonnenheit seinen Dienst tun. Und diese innere Kraft und Stärke brauche man, um der wunderbaren Vielfalt dieses Berufs gerecht zu werden.
"Heute geht es ganz offiziell los", war sich Pfarrer Schwarz eingangs seiner Antrittspredigt bewusst. Man stehe am Anfang einer neuen Zeit, die man miteinander verbringen werde. Er selbst sei voller Vorfreude. Noch liege die Zukunft wie ein großes weißes unbeschriebenes Blatt vor einem. Als reine Freude empfand er die vielen engagierten Mitarbeiter in der Gemeinde. Und bei so viel Tatkraft und Engagement sei es wichtig, sich direkt ein Motto vorzugeben. Dieses erhalte man aus der Lektüre der Heiligen Schrift. Doch sei es gar nicht so einfach zur Ehre Jesu Christi zu leben. Diese Erfahrung musste auch schon die Gemeinde in Rom machen. Auch heute gebe es in den Gemeinden Menschen mit unterschiedlichen Frömmigkeiten, Menschen, die ihren Glauben auf unterschiedliche Weise ausleben, die verschieden denken und verschieden glauben. Doch sei man eingeladen, Unterschiede zu akzeptieren und mit unterschiedlichen Schwestern und Brüdern zu leben. Hier gebe Paulus den Menschen ein Bibelwort an die Hand, das es uns ermöglicht, in aller Unterschiedlichkeit als Brüder und Schwestern in einer Gemeinde zusammenzuleben. Denn keiner lebe für sich selber und ohne Bindung komme das Ich nicht aus. Im christlichen Glauben gehe es weniger darum, in allen Dingen einer Meinung zu sein, sondern vielmehr darum, einander in Liebe zu begegnen und Beziehungen zu führen, die von Respekt und Höflichkeit geprägt seien.


"O happy day" erklang

Im evangelischen Gemeindehaus in Redwitz setzte sich die Einführung von Pfarrer Schwarz fort. Nach der Einführung durch den an diesem Tag passenden Song "O happy day" mit Gerd Brief am Keyboard hatten die beiden Vertrauensleute der Kirchenvorstände Redwitz und Obristfeld, Michaela Brief und Claudia Daumann, eine lange Liste der Begrüßung abzuarbeiten. Der Senior des Pfarrkapitels, Heinz Geyer, freute sich, dass Pfarrer Schwarz im Dekanat verblieben sei. Die neue Gemeinde von Pfarrer Schwarz pries Geyer als vielfältig. Damit er seine Arbeit auf "dieser Baustelle" gut überstehe, überreichte er ihm einen Bauhelm. Pastoralreferent Johannes Haaf hieß den neuen Pfarrer im Namen der katholischen Kirchen und Dekan Michael Schüpferling willkommen.
"Die damaligen Tränen der Trauer werden jetzt Tränen der Freude", stellte Pfarrer Walter Roth angesichts der Verabschiedung seines Sohnes Till aus der Kirchengemeinde vor gut einem Jahr fest. Vertrauensfrau Michaela Brief dankte ihm für seine insgesamt 125 gehaltenen Gottesdienste in der Kirchengemeinde. "Du hast die richtige Wahl getroffen", wandte sich Bürgermeister Christian Mrosek, der die Willkommensgrüße der politischen Gemeinde sowie der Marktgemeinde Marktgraitz überbrachte.