Steinberg — "Obermini" Anna Reuther greift zum Akku-Bohrer und befestigt damit die Palmen-Blattkrone an ihrem Stamm. Derweil bringen andere "Minis" schon mal verschiedene Whats-App-Smileys an den Sprossenwänden an. Und natürlich braucht der große weiße Geist auch noch einen Platz. "Ernst" wird es für die Jungen und Mädchen, die schon einmal die Kronachtalhalle "probehalber" dekorieren, am kommenden Wochenende. Am heutigen Freitag wird die Bühne aufgestellt, am Samstag geht's dann an die Dekoration für ein Event, dem die Ministranten der Pfarrei St. Pankratius Steinberg schon voller Freude und Spannung entgegenfiebern: dem ersten Steinberger "Lumpenball".

Gesamte Bevölkerung im Visier

"Den Wunsch, einen Fasching für die Bevölkerung zu machen, hatten wir schon länger", verrät Anna, die - mit Oberministrantin Sarah Grieshammer - älteste Ministrantin der Pfarrei ist. Bislang hatte man immer nur interne Plattenpartys für die "Minis" im Steinberger Jugendheim durchgeführt. Die Idee mit dem Lumpenball sei dann beim Ministranten-Tag in Steinberg gereift. Konkret wurde es ab Dezember: Die Kronachtalhalle wurde gebucht und die Jungen und Mädchen machten sich - mit Unterstützung ihrer Betreuer beziehungsweise Eltern - an das Basteln von Dekoratikeln sowie Gestalten der Plakate. Diese hat man bereits in Steinberg und auch in einigen Nachbargemeinden angebracht.
"Wir sind zwar die Ausrichter. Der Lumpenball ist aber keineswegs eine Veranstaltung nur für "Minis" oder eine bestimmte Altersgruppe", betonen Anna und ihr Vater Joachim Reuther, der mit Silke Hofmann, Elke Haderlein sowie Bastian Schneider und Christian Hofmann die Ministranten der Pfarrei betreut. Im Gegenteil: Die Marktleugaster Band "die 3", die bei uns beispielsweise vom Fasching in Marktrodach bekannt ist, spiele Hits der 80er, 90er sowie von heute, sodass für alle etwas dabei sei. "Wir hoffen, dass die gesamte Bevölkerung den Fasching annimmt und alle Generationen vertreten sind", so die "Minis" und ihre Betreuer. Alle seien herzlich eingeladen - gerade auch Vertreter der Vereine, Politik und Kirche sowie auch Minis aus anderen Gemeinden. Kurzum: Man freut sich über jeden Besucher. "Es soll ein Fasching für alle sein. Gleichzeitig ist der "Lumpenball" auch ein Dank von uns Jungen an die Älteren, die uns das ganze Jahr über unterstützen", sagt Anna, die ein richtiger Faschingsfan ist und alljährlich bei den Steinberger Büttenabenden mit dabei ist.
Die Veranstaltung sei eine Verbindung von Neuem und Bewährtem. Für die junge Generation stehe beispielsweise die Dekoration mit den Smileys, für das Traditionelle der Begriff "Lumpenball". "Das ist eigentlich ein Relikt aus den 80er-Jahren, das ich von meiner Jugend her kenne", schmunzelt Joachim Reuther. Er und die Ministranten möchten sich bei der Tischtennis-Abteilung des TSV Steinberg bedanken, die eigentlich an dem Tag die Kronachtalhalle für den Spielbetrieb gebraucht hätte und das nun umgestellt habe.
Am Abend selbst werden die älteren "Minis" und ihre Eltern im Einsatz sein. "Ausschank, Bar, Kasse - da gibt es genug zu tun", wissen sie. Kostümierungen sind sehr erwünscht. Es erfolgt auch eine Masken-Prämierung für die schönsten Verkleidungen. Jetzt freuen sich alle aber erst einmal auf den "Lumpenball". Es gibt eine große Cocktail-Bar und auch "verhungern" muss keiner. hs