Der Bamberger Michael Lorenz, stellvertretender Sachgebietsleiter am Wasserwirtschaftsamt bei der Regierung von Oberfranken in Bayreuth, hat sein erstes Buch "Interview mit einem DJ" veröffentlicht. Der 54-Jährige, der nie die Absicht hatte, Buchautor zu werden, kam durch seinen Nebenjob als DJ auf den Gedanken, ein Buch mit einem DJ als Hauptfigur zu schreiben. Das erste Highlight seiner Autorenkarriere wa die Frankfurter Buchmesse. Dort las er vor zahlreichen Zuhörern im lässigen Stil der Blues Brothers aus seinem Buch und verbreitete auch sonst als rockender DJ gute Stimmung. Uns erzählt der gebürtige Markt Bibarter, wieso er ein Buch geschrieben hat, um was es darin geht und was seine Zukunft für ihn bereithält.

Um was genau geht es in Ihrem Buch?
Das Buch ist in Form eines Interviews aufgebaut. Es geht darum, dass sich Elvis Presley aus dem Totenreich zu Wort meldet und einen DJ unserer Welt anspricht, weil er sich um sein musikalisches Erbe sorgt. Beide kommen in ihrer Unterhaltung zu dem Ergebnis, dass Qualität in der Musik zu wenig Wertschätzung findet. Viele kleine Bands, die gute Musik machen, können nicht überleben, weil ihnen der Name fehlt. Sie werden von der breiten Masse nicht wahrgenommen. Stattdessen gibt sich der Musikkonsument mit dem zufrieden, was er von den Stars der Szene aufgetischt bekommt: Masse statt Klasse. Das Interview entwickelt sich hin zu den heißen Themen der letzten zwölf Monate: der Flüchtlingskrise, dem Rechtsrutsch in unserer Gesellschaft, Artensterben und Klimawandel. Es ist ein Buch mit ernstem Hintergrund, doch ich habe es sehr locker und witzig geschrieben. Lesen soll ja schließlich auch Spaß machen.

Sie sind hauptberuflich Naturwissenschaftler im Staatsdienst und nebenberuflich DJ. Wie entstand die Idee, ein Buch zu schreiben?
Das war eher zufällig. Seit zwei Jahren biete ich Dienstleistungen als DJ an. Da ich als Boogie-Tänzer sehr viel Rock 'n' Roll und Rockmusik höre, habe ich mich auf diese Musikrichtung spezialisiert. Ich hatte die Idee, meine DJ-Tätigkeit in Form eines Interviews im Internet darzustellen, damit meine Kunden wissen, was ich gerne auflege. Da bin ich dann auf Elvis Presley gekommen, der mich - quasi aus dem Totenreich heraus - interviewen sollte. Und aus diesem Interview sind dann gute 150 Seiten Text geworden. Das Buch ist wie von selbst entstanden. Es war ursprünglich gar nicht meine Absicht, ein Buch zu schreiben.

Welchen Zweck verfolgen Sie mit Ihrem Buch?
Im Laufe des Buches wird der DJ immer mehr zum Geschichtenerzähler. Die kritischen Themen unserer Zeit werden von ihm in Form von Parabeln, also indirekt, an den Mann gebracht. Diese Parabeln sind sehr fantasievolle, witzige Geschichten. In ihnen spielen Josephine Baker, der heilige Martin, aber auch Karl Valentin eine Rolle. Sogar die Nürnberger Rostbratwurst muss zur Diskussion der Flüchtlingskrise herhalten und von Goethe erfahren wir, dass er sich einen Brexit wünscht. Ich wollte ein lustiges Buch schreiben, das man gerne zur Hand nimmt. Und ich will den Lesern Hilfestellung geben, die Probleme unserer Zeit sachlich anzugehen.

Werden Sie weiter Bücher schreiben?
Eher nicht. Ich habe Familie und einen Beruf. Das Buch ist in nächtelanger Arbeit entstanden und hat den Großteil meiner Freizeit beansprucht. Zudem muss ich nun Zeit investieren, zum Beispiel für Lesungen, damit die Öffentlichkeit überhaupt Notiz von meinem Buch nimmt. Das macht man wohl nur einmal im Leben. Aber es hat mir auch sehr viel Vergnügen bereitet.

Die Fragen stellte Anna Gartiser.