von unserem Mitarbeiter 
Karl-Heinz Hofmann

Kronach — Die Fleischerinnungen in den Landkreisen Bamberg/Lichtenfels/Coburg und Kronach begrüßten Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer, der auch Präsident des Bayerischen Handwerkstags ist, im Haus des Handwerks in Kronach. Er motivierte zu mehr Mut, vor allem in Bezug auf Lehrlingseinstellungen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Aber auch vor der Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen solle man keine Angst haben, sondern diese Chance erkennen und wahrnehmen.
Waren in den vergangenen Jahren die Zahlen der Betriebe und Beschäftigten etwas rückläufig, so sieht der 43-jährige Metzgermeister Schlagbauer wieder mehr Stabilität: "Die Zahlen des bayerischen Metzgerhandwerks zeigen, dass es gar nicht so schlecht läuft." Rund 4100 Metzger waren Ende 2014 in die Handwerksrolle eingetragen. Es waren 40 900 Beschäftigte registriert, davon 2273 Lehrlinge. Von den bayerischen Metzgern wurde 2014 ein Umsatz von 4,132 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kronach, Albert Fröhlich, informierte, dass in den Mitgliedsbetrieben ungefähr 150 Beschäftigte arbeiten und sich derzeit acht bis zehn Lehrlinge in Ausbildung befinden.


Nachwuchsmangel bleibt

"Auch wenn die Zahlen gegenüber dem Vorjahr ein mehr oder weniger großes Minus aufweisen, so sehen die Betriebe die Lage aktuell ganz positiv", meinte Schlagbauer zur gesamtbayerischen Situation. "Was aber problematisch bleibt, ist der aktuelle Mangel an Nachwuchs- und Fachkräften. In Oberbayern konnten im letzten Ausbildungsjahr 4700 Lehrstellen nicht besetzt werden. Zirka 26 000 Lehrverträge wurden insgesamt abgeschlossen. Aber auch hier sieht der Präsident die Sonne hinter den Wolken aufgehen.
Doch, so legte der Landesinnungsmeister den Innungsobermeistern und Metzgermeistern ans Herz, "wir brauchen ein Gesamtkonzept zur Nachwuchs- und Fachkräfteversorgung". Zu vegetarischen und veganen Ernährungsangeboten meinte Schlagbauer, das sei "ein momentaner Trend, wie es auch schon andere gab, die auch wieder verschwunden oder nur geringfügig sind. Es wird bald wieder zurück zum Steak und zur Bratwurst gehen", war Schlagbauer zuversichtlich.
Der Kronacher Innungsobermeister bedauerte, dass gerade von der starken Gastgeberinnung Kronach mit 25 Mitgliedsbetrieben nur wenige der Einladung gefolgt waren. "Ständig werden Initiativen und neue Ideen verlangt, doch wenn ein so hochrangiger Gast vor Ort sich den Fragen stellt, zeigen nur wenige Interesse", kritisierte Kraus.
Für die Innung in Kronach sprach der Obermeister von einer stabilen Entwicklung, zumindest was die 25 Mitgliedsbetriebe anbelange. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft hervor. Zur Aufforderung, Flüchtlinge auszubilden, sagte Kraus, dass er damit kein Problem habe, falls sich so etwas ergebe.
Der Kronacher Innungsobermeister sieht die Notwendigkeit einer Fusion der Innungen in Oberfranken. Auf längere Sicht denkt er, werde es nur noch zwei Innungen für Oberfranken geben.