von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Azendorf — Ein Forschungs- und Entwicklungszentrum wird gebaut, ein neuer Kalkschachtofen errichtet, weitere Fertigungsanlagen werden geschaffen: Die Firmen Franken Maxit und Bergmann Kalk investieren in Azendorf rund 15 Millionen Euro. "Wir expandieren, wollen in den nächsten drei bis fünf Jahren den Umsatz um 20 Millionen Euro steigern und auch 50 bis 70 neue Arbeitsplätze schaffen", sagte Geschäftsführer Hans-Dieter Groppweis, der am Montag Franz Josef Pschierer (CSU), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, im Kasendorfer Ortsteil begrüßen durfte.

60 Meter hoch

Pschierer konnte nicht nur einen Blick auf das Fundament des neuen Kalkschachtofens werfen, der mit seinen 60 Metern Höhe die übrigen Produktionsstätten bald überragen wird. Er bekam auch eine Weltneuheit zu sehen, mit der Franken Maxit den Markt erobern will. Die Mörtelplatte "maxit mörtelpad", die eine komplett neue Verarbeitung von Mauerwerk ermöglicht.
Maurerkelle, Mörtelsilo und Mischmaschine werden da nicht mehr gebraucht. Die trockenen Mörtelpads werden aus der Packung genommen und auf die Mauersteine aufgelegt. Danach werden sie bewässert. "Innerhalb von drei Minuten kann die nächste Steinreihe aufgelegt werden", erläuterte Hans-Dieter Groppweis das Verfahren. Er sieht Absatzchancen in aller Welt. Sogar aus Kasachstan und Uruguay gebe es Nachfragen.

50 000 Platten am Tag

Pschierer konnte die im Aufbau befindliche Mörtelpad-Fertigungsanlage besichtigen, in der pro Tag 50 000 Platten hergestellt werden sollen. Die Anlage wurde zusammen mit einem Automobilzulieferer aus Sonneberg entwickelt.
Der Staatssekretär zeigte sich begeistert. Er würdigte den Innovationsgeist des Unternehmens, das zu "Bayerns Best 50" gehört. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte Franken Maxit 2014 mit der Aufnahme in den Kreis für die überdurchschnittliche Umsatz-Mitarbeiterentwicklung ausgezeichnet.
Franz Josef Pschierer und Hans-Dieter Groppweis machten deutlich, dass die Bauwirtschaft, die einst eine Leitökonomie gewesen sei, einen Aufschwung benötige. Die Zahl der Baugenehmigungen sei von 1996 bis 2012 von 800 000 auf 120 000 Wohneinheiten geschrumpft.

Neue Eigenheimzulage?

Maxit-Firmenchef Groppweis erklärte, dass er sich durchaus eine neue Form einer Eigenheimzulage vorstellen könne. Einen Investitionsschub für die Bauwirtschaft hält auch Staatssekretär Pschierer für erforderlich. "Die energetische Gebäudesanierung allein hilft da nicht weiter."