"Vielleicht. Man sollte niemals nie sagen." Mit seiner Antwort auf die "Comeback"-Frage lässt Matthias Bayer jedenfalls Raum für Spekulationen. Dass der 43-Jährige, der in den letzten acht Jahren als Torwart- und Co-Trainer beim FC Sand tätig war, nach einer selbst verordneten Auszeit wieder auf die "große Bühne" des Fußballs im Landkreis Haßberge zurückkehrt, ist also durchaus möglich.
Doch zunächst will der als "Matze" bekannte Haßfurter kleinere Brötchen backen und "jetzt einfach mal zurückschrauben", wie er sagt. Ob er deshalb auch eine ruhigere Kugel schieben kann, ist jedoch fraglich. Immerhin trainierte er zusammen mit Uwe Wagenhäuser seit November 2015 die U9-Junioren des TV Haßfurt, ab der Saison 2016/2017 dann die U11, schließlich jagen seine Söhne Moritz und Luis dort dem runden Leder nach.
Derweil hat der ehemalige Schlussmann des TSV Aidhausen, bei dem er seine komplette aktive Fußballerlaufbahn verbrachte und von 1991 bis 2009 von der Kreisklasse bis in die Landesliga spielte, in den letzten Jahren viel erlebt. Erwin Albert war es, der Matthias Bayer nach seiner Verpflichtung 2008 fragte, ob er nicht zum damaligen Landesligisten gehen möchte. "In erster Linie für das Training mit den Torhütern und bei Bedarf auch für die Unterstützung bei den Aufgaben des Trainers", macht Bayer deutlich. Als Höhepunkte seiner Arbeit im Seestadion bezeichnet er zum einen den Aufstieg in die Bayernliga vor zwei Jahren über die Relegation und den letztlich überzeugenden Klassenerhalt dank einer "überragenden Rückrunde" in der vergangenen Saison. Und in seiner aktiven Zeit? "Natürlich die Aufstiege mit Aidhausen. Vor allem von der Bezirksliga in die damals noch existierende Bezirksoberliga und dann auch von der Bezirksoberliga in die Landesliga mit einem spannenden Kopf an Kopf-Rennen mit den Freien Turnern aus Schweinfurt."


Zwei schwere Verletzungen

Auf der anderen Seite musste Bayer auch schon einige Tiefpunkte verarbeiten, unter anderem persönliche: Bayer hatte zwei schwere Verletzungen (Achillessehnenriss und Kreuzbandriss), die ihn jeweils zu einem halben Jahr Pause gezwungen haben. Sportlich musste er zudem zwei Abstiege verkraften, sowohl mit dem TSV Aidhausen (2005/2006) als auch dem FC Sand (2012/2013). "Aber das gehört auch zu einem Fußballerleben dazu", weiß er.
Trotz seiner zeitlich offenen Auszeit verfolgt Matthias Bayer das Fußballgeschehen in der Umgebung weiter sehr intensiv. Gerade das beim FC Sand, nach wie vor das sportliche Aushängeschild im Landkreis. "Der erneute Klassenerhalt ist auf jeden Fall machbar", glaubt der Industriemeister und drückt dem neuen Trainergespann Uwe Ernst und Stefan Nöthling fest die Daumen. "Sicherlich", räumt der 43-Jährige ein, "hat sich das Gesicht der Mannschaft deutlich verändert. Allerdings sind auch noch genügend Spieler aus der letzten Saison dabei, die den Schwung aus der Rückrunde mitnehmen werden, um hier einen guten Start in die neue Saison zu erreichen."
Was ihm mehr Kopfzerbrechen als ein ordentliches Abschneiden des Bayernligisten bereitet, ist der Fußball im Amateurbereich insgesamt. "Aus meiner Sicht geht leider die Wertschätzung dafür immer mehr verloren." Dabei spricht er einerseits die Zuschauer beziehungsweise die Bevölkerung an, andererseits auch Verbände. "Der Einsatz und die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer und Funktionäre werden nicht mehr wertgeschätzt. Das wird immer mehr zum Problem", findet er diesbezüglich klare Worte. Das könne er zudem aus seinem Tätigkeitsfeld im Jugendbereich bestätigen. "Auch dort ist es immer schwieriger, freiwillige Helfer zu finden, die mit anpacken, wenn Hilfe benötigt wird. Egal, in welcher Form."