Forchheim — Bei strahlendem Sonnenschein zog es anlässlich des Jahrmarktes wieder Tausende in die Forchheimer Innenstadt, so wie Babette Schneider (75). Für die Forchheimerin ist der Besuch des Verkaufsoffenen Sonntags zur "Pflichtveranstaltung" geworden. Die Seniorin wird geradezu angezogen vom Jahrmarkt mit den diversen Marktschreiern.
"Wissen Sie, man hat sonst nicht viel zu lachen, dann geht man eben auf den Jahrmarkt", schmunzelte die 75-Jährige. "Nur aufpassen muss man, denn sonst bekommt man schnell was angedreht, was man gar nicht braucht; denn das sind alles Verkaufsgenies", weiß die Seniorin.
Willi Schmitt (58) aus Willersdorf ist extra auf den Forchheimer Jahrmarkt gekommen, weil er den Druckrohrreiniger A 2000 sucht. " Das Ding ist leer und ich brauch so was", erklärt er am Verkaufsstand von Horst Schiele, der einen Druckluftreiniger anpreist, der "verstopfte Rohre mit nur einem Drücker reinigt." "Das Ding ist einfach super", schwärmt Schmitt und räumt damit die Skepsis anderer Marktbesucher aus, die sich die Vorführungen des Rohrreinigers genau ansehen. Der Willersdorfer selbst kauft gleich zwei Dosen. "Eine Dose für mich und eine für meine Eltern."
Gegenüber hat Gerhard Zeller (60) aus Frankfurt, der seit zehn Jahren den Forchheimer Markt besucht, mit seinem V3-Hobel vorwiegend weibliches Publikum. "Wir verkaufen nicht mehr so viele Hobel, weil die Mistdinger so lange halten", bedauert der Verkäufer. Immerhin kassiert er pro Hobel stolze 42 Euro. "Meine Schwester heißt Aldi und schreibt über Möhren. Mit diesem flotten Spruch preist Zeller noch ein Rezeptheften des bekannten Discounters an, das er seinen Kunden als kostenlose Dreingabe offeriert. Gegen so viel Verkaufstalent hat die 47jährige Wilhelmine Graser auch Erlangen wenig Chancen. "Ich hab zwar einen V3-Hobel, der geht noch, aber die Farbe passt nicht mehr zur Kücheneinrichtung", informiert die 47-Jährige ihren verdutzt dreinschauenden Ehemann. "Kein Problem junge Frau; hier gibt es den Hobel auch in Grün", schaltet Zeller schnell und schon ist der Kaufvertrag mündlich geschlossen. Ehemann Gerd zückt die Geldbörse und zahlt.