von unserer Mitarbeiterin 
Katharina Müller-Sanke

Kasendorf — Im Hause Hofmann/Vogel in Kasendorf wird jeden Morgen Holz gehackt - das erledigt Marie Vogel, die älteste Bewohnerin im Hause noch höchstpersönlich. Mit stolzen 90 Jahren, die sie am Samstag alt geworden ist, ist sie auch heute noch wie eh und je für das Anschüren des Schwedenofens zuständig. "Heute an meinem Geburtstag haben sie mich kein Holz hacken lassen, aber sonst stehe ich jeden Morgen in der Scheune," so die Jubilarin.
Sie ist harte Arbeit gewohnt. Mit acht Geschwistern ist sie bei ihren Eltern in Thurnau in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen. "Wir haben zu zweit oder zu dritt in einem Bett geschlafen, aber das ging auch," erzählt sie. Als junge Erwachsene ist sie - wie die meisten ihrer Geschwister - in die Dienste eines Bauern getreten. Später hat sie im Klinikum in Stadtsteinach und in der Spinnerei gearbeitet. Die enge Verbindung zu ihrer Familie ist dabei immer geblieben. Vor allem zu ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester Fine. Mit ihr lebt sie bis heute zusammen. Das freut auch Fine: "Als ich meinen Mann kennen gelernt habe und wir bei meinen Eltern ausgezogen sind, da ist die Marie mitgekommen. Das war nie eine Frage," erinnert sich die 80-Jährige. Auch nicht als Fine ihre zwei Söhne geboren hat.
Marie hat ihrer Schwester und deren Familie unter die Arme gegriffen und dafür ihr Leben im Familienverbund verbracht. "In einer Großfamilie halten alle zusammen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es je Streit gegeben hat," so die jüngere Schwester.
Marie selbst ist mit ihren 90 Jahren noch immer topfit. "Das liegt bei uns in der Familie" erzählt sie stolz. Heute kümmert sich Marie gerne um ihre Katzen. Ansonsten lebt sie wie sie selbst sagt "bescheiden". Aber glücklich.