Die 44 Jahre alte Frankfurter Juristin Manuela Rottmann ist die Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Bad Kissingen im kommenden Jahr. Bei einer Versammlung der Grünen-Kreisverbände Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge in Maßbach (Kreis Bad Kissingen) wurde die gebürtige Würzburgerin fast einstimmig nominiert. Auf sie entfielen 18 Ja-Stimmen, ein Mitglied enthielt sich. Gegenkandidaten hatte sie nicht. Welchen Platz auf der Landesliste sie bekommt, entscheidet sich am 9. Dezember (Freitag) bei einer Landesversammlung der Grünen in Augsburg.
Ihre Kandidatur begründete Manuela Rottmann unter anderem damit, dass in Bayern die Energiewende ausgebremst werde. Bürgergenossenschaften kämen nicht zum Zug, es gebe hier keine Wertschöpfung, "stattdessen fördern wir Braunkohlekraftwerke", beklagte sie.
Es gebe zurzeit viel Grund für Existenzängste. Die CSU gelte als die Partei für Sicherheit. Das Gegenteil sei der Fall, wenn man zum Beispiel an die Waffenexporte ins Ausland denke. "Das ist keine Sicherheitspolitik", rügte sie. Die Ausweitung der Öl- und Gasimporte aus dem Ausland findet sie unter Sicherheitsaspekten "ein wenig irre."
Bei der Frage, ob sie zu den "Fundis" oder den "Realos" gehöre, wollte sie sich nicht festlegen und antwortete darauf: "Ich bin liberal im guten und anstrengenden Sinn." Sie wurde auch nach ihrer Haltung zu den umstrittenen Stromtrassen gefragt. Man brauche Leitungen, weil Stromspeicher viel zu teuer seien, "das muss man den Leuten ehrlich sagen. Ich glaube nicht daran, dass wir uns die Stromleitungen sparen können."
Manuela Rottmann, die seit 1991 bei den Grünen ist, hat als Gegenkandidaten aller Voraussicht nach Dorothee Bär (CSU) und Sabine Dittmar (SPD). bri