Damit keine lästigen Fliegen in das Weinglas fielen, sollen findige spanische Wirte das Glas mit einer Scheibe Brot abgedeckt und mit Oliven beschwert haben. Aus diesem "Deckel" sollen dann im Laufe der Jahrhunderte die Tapas entstanden sein.
Jene köstlichen Appetithäppchen, die in den Tapas-Bars üblicherweise zu Wein, Bier oder Cava (Sekt) gereicht werden. Dass Tapas eine gute Alternative zu den üblichen Steaks und Bratwürsten vom Grill sein können, erfuhren die Teilnehmerinnen des Kochkurs mit Monika Gerner am Mittwochabend in der Lehrküche des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten.


Zucchini-Halloumi-Röllchen

Ihren Kurs hat die Ernährungsfachfrau des Bayerischen Bauernverbands unter das Motto "Tapas vom Grill" gestellt. Zunächst gibt es eine kleine Einführung zum Thema, dann geht es auch schon an den Herd. Die Aufgaben unter den elf Teilnehmerinnen sind schnell verteilt. Für ihre Gruppe haben sich Maria Meixner und Julia Elflein ein Fleischgericht ausgesucht, nämlich Chilihackspieße mit einer aufgesteckten Aprikose im Speckmantel. Dazu gibt es gegrillte Zucchini-Halloumi-Röllchen. Zunächst werden die Zucchini der Länge nach in dünne Scheiben geschnitten, in die dann ein Stück Käse eingerollt wird.
Die meisten Teilnehmerinnen kennen Tapas vom Urlaub oder aus dem Restaurant, die wenigsten aus eigener Kocherfahrung. "Tapas sind etwas Leckeres, die liebe ich", schwärmt Marlis Jakob aus Bad Staffelstein. Ihre Gruppe hat sich für die fleischlose Variante der kleinen Köstlichkeiten entschieden. Und da hat Kursleiterin Monika Gerner auch einiges im Angebot. Es gibt Zitrus-Scampi, die ebenfalls auf den Grill kommen und einen Möhrensalat mit Sesam.
Der größte Teil der Rezepte erfordert keinen großen Zeitaufwand, lässt sich also auch für eine spontane Grillfete verwenden. Auch die bei Grillpartys so beliebten Schweinenacken-Steaks lassen sich wunderbar als Tapas zubereiten. Aufgerollt und in vier Teile geschnitten, werden die Röllchen mit Oliven und Zwiebelstücken auf Spieße gesteckt. Um anschließend mit einer Marinade aus Limettensaft, Harissa, Kreuzkümmel und Koriander eingestrichen zu werden.
"Wenn ihr vorher die Holzspieße eine Weile in Wasser einlegt, dann verbrennen sie später auf dem Grill nicht so schnell", rät die Kursleiterin. Es dauert nicht lange und ein Hauch von mediterranen Gerüchen zieht durch die Küche. Bald können auch die ersten Fleischgerichte auf den Grill. Nachdem auch die Scampi eine Weile in einer Marinade aus Honig, Limettensaft, Ingwer und zerstoßenem roten Pfeffer baden durften, werden sie von Marlis Jakob auf Spieße gesteckt. Des geschlossenen Raumes wegen werden die Spieße und Co. entweder in der Grillpfanne gebraten oder auf einen elektrischen Tischgrill gelegt. Nach gut einer Stunde sind die meisten Gerichte fertig.
Noch schnell einmal abgeschmeckt, dann kann auch schon angerichtet werden. Das Ergebnis kann mit jeder Tapas-Bar mithalten. "Lauter schöne kleine Sachen, die ich auf jeden Fall einmal zu Hause nachkochen werde", sagt eine Teilnehmerin. Auch der Geschmack überzeugt. Die "Sesam-Joghurt-Creme überrascht durch ihre exotische Note. "Man schmeckt den gerösteten Sesam schön raus", bemerkt eine Köchin.