von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Lichtenfels — Die Ernte ist weitgehend abgeschlossen. Durch den guten bis sehr guten Ernteverlauf durch das trockene Wetter entstanden kaum Trocknungskosten und dadurch meist sehr gute Qualitäten. Das ist die vorläufige Einschätzung der Erntebilanz im Landkreis Lichtenfels vom Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands Michael Bienlein. Allerdings waren die Erträge rund zehn bis 15 Prozent niedriger als im Rekordjahr 2014. Genaue Zahlen für das Jahr 2015 liegen noch nicht vor.


Mais verdorrt im Maintal

Der Futterbau Grünland war unbefriedigend. Der erste Schnitt ergab nur 30 Prozent des Vorjahres. Weitere geringe Erträge gab es bei geernteten Schnitten, den Rest hat die Gluthitze förmlich weggebrannt. Die Weidehaltung ist bedroht, teils müssen bereits die Wintervorräte verfüttert werden. Beim Mais ist der Landkreis zweigeteilt: Im Jura sind meist noch sehr gute Bestände und grün, im Maintal verdorrt vieles, es muss Notreif geerntet werden. Die Ernte wird vier Wochen zu früh beginnen müssen - mit entsprechenden Ertrags- und Qualitätsabschlägen.


Trockenschäden

Im Getreide gab es unterschiedliche, teils unterdurchschnittliche Erträge bei niedrigen Preisen. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben sind Trockenschäden festzustellen. Der Mais muss wegen extremer Trockenheit vorzeitig in die Silos gebracht werden und hat keinen ausreichenden Futterwert bei gleichzeitig steigender Biomassenachfrage. Im Grünfutter sind zum Teil Engpässe zu erwarten. Bei Milchprodukten liegen die Preise unter den Vollkosten und es ist kein Ende in Sicht. "Unsere Bauern erzeugen die hochwertigsten Lebensmittel, die wir je hatten", unterstrich der Kreisobmann gegenüber unserer Zeitung. Möglich sei dies durch den Pflanzenschutz. "Wir können unser Getreide vor zu hoher Pilzgiftbelastung schützen und somit gesunde Nahrung erzeugen", so Bienlein. Leider sei die Verunsicherung in der Bevölkerung groß, weil sie oftmals Halb- und Unwahrheiten in Sachen Pflanzenschutz erführe. Hier werde von einigen Verbänden auf Panikmache gesetzt, um mehr Spenden zu bekommen, so die Einschätzung des Kreisobmanns. "Wir Landwirte sind hervorragend ausgebildet und setzen die Pflanzenschutzmittel sehr verantwortungsbewusst ein", unterstrich Bienlein. Für die Bevölkerung bat er um Verständnis für die Arbeit der Landwirte, die bereits nach der Ernte beginne.