Schweinfurt — Außer den Straßenschildern erinnert in Schweinfurt nichts an den Namensgeber des Martin-Luther-Platzes. Dem will die Gesellschaft Harmonie nun Abhilfe schaffen: Am Sonntag, 21. Juni, wird im Rahmen der Johanniskirchweih die Martin-Luther-Stele übergeben: eine überlebensgroße Bronzebüste des Reformators auf schlankem Sandsteinsockel. Daran eine Bronzetafel mit den Lebensdaten und dem Motto "Allein durch den Glauben", gestaltet vom Künstler Peter Vollert.
Die Büste gibt es eigentlich schon: Am 9. November 1933 wurde anlässlich des Lutherjahrs ein bronzenes Porträt Luthers als Geschenk der Familien Schäfer und Barthel feierlich an die Kirche übergeben. Die Fotos von damals zeigen einen mit Hakenkreuzfahnen behängten Platz. Zu sehen ist die Büste allerdings seit vielen Jahren nicht mehr: Sie lagere auf einer Art "Holzlege" hinter dem Martin-Luther-Haus, berichtet Georg Kreiner, Vorsitzender der Gesellschaft Harmonie.
Würde man nun dieses Exemplar auf dem - städtischen - Martin-Luther-Platz aufstellen, so ginge es automatisch ins Eigentum der Stadt über. Was nicht im Sinne der Stifter wäre, die ja die Kirche bedacht hatten und nicht die Stadt.
Deshalb hat die Harmonie eine Kopie gießen lassen, die mit ihrer Aufstellung etwa 29 Meter vom Hauptportal der Kirche entfernt, in direkter Achse mit Längsschiff und Altar, tatsächlich städtisches Eigentum werden wird. "Luther wird auf die Kirche blicken", sagt Georg Kreiner. Der Sonntag beginnt um 9.30 Uhr mit dem Kirchweihgottesdienst, den Dekan Oliver Bruckmann bei schönem Wetter draußen zelebrieren wird, es folgen ab 10.15 Uhr Ansprachen und schließlich um 11 Uhr die Übergabe des Denkmals. maw