Ihre Tour der Bürgerversammlungen führte Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) in dieser Woche nach Lützelsdorf ins sogenannte "Glockenhaus". "Es sind heute mehr Bürger gekommen, als zur Bürgerversammlung nach Wannbach", stellte Stark fest.
Lützelsdorf zählt derzeit 64 Einwohner. Außerdem informierte sie die Anwesenden, dass die Pro-Kopf-Verschuldung in der Marktgemeinde Pretzfeld bei 96,79 Euro liegt. "Das ist sehr wenig, wenn man das mit den umliegenden Gemeinden vergleicht", meinte die Bürgermeisterin. Eine große Maßnahme in 2016 sei der Ausbau des Breitbandnetzes im Markt Pretzfeld gewesen.
"Eine Ausnahme war da allerdings Lützelsdorf, denn hier war das Netz schon gut ausgebaut. Und es war nicht möglich, mit diesem Förderprogramm weiter auszubauen", erklärte Stark. Bei den Projekten für dieses Jahr trug die Bürgermeisterin die Planung einer Sanierung und eines Neubaus für den Bauhof und den Umgriff des Bahnhofs als städtebauliches Projekt vor.
Hier warf ein Bürger ein, dass es seiner Ansicht nach zu wenig Parkplätze am Bahnhof gebe. Dem konnte die Bürgermeisterin nicht zustimmen: "Am vergangenen Donnerstag habe ich vor dem Bahnhof geparkt, mein Auto war das einzige." Es gebe noch weitere Parkplätze, die nicht so ersichtlich sind. Diese sollen bei dem geplanten Umbau deutlicher und der Platz schöner gemacht werden.


Weder Zeitung noch Gelbe Säcke

Einige Anwesende berichteten, dass sie ihr Zeitungsabonnement gekündigt hätten, weil es keinen Austräger mehr im Ort gebe. Sie fragten die Bürgermeisterin, ob sie dahingehend etwas unternehmen könnte. Diese gab jedoch an, dass der Gemeinde hier die Hände gebunden seien.
Die Bürger ergänzten, dass es auch Probleme mit dem Gemeindeblatt gebe. Außerdem seien in diesem Jahr keine Gelben Säcke verteilt worden. Die Bürgermeisterin informierte die Anwesenden, dass ein Fachbüro beauftragt werden soll, Straßen und Gehwege zu begutachten und eine Prioritätenliste zu erstellen, was als erstes angegangen werden muss.
Gerhard Kraft (FW) hatte Fotos mit Rissen in verschiedenen Straßen mitgebracht. In diesem Zug gab einer der Besucher an, dass die Straße am Bach ebenfalls Probleme mache, da hier ständig schwere Fahrzeuge fahren würden. Dafür sei die Straße aber gar nicht ausgelegt. Eine heftige Diskussion entbrannte, da ein älterer Bürger gern den Fußweg Richtung Friedhof verbessert haben möchte, damit auch Menschen mit Rolllator diesen nutzen könnten.
Rose Stark wies darauf hin, dass der Weg wohl begangen werden darf, dass es aber Privatgrund sei. "Du willst doch auch nicht, dass Fremde über deinen Hof laufen", entgegnete der Besitzer des Wegs. Und die Bürgermeisterin ergänzte: "Jetzt ist es zu spät. Da hätte man im Rahmen der Flurbereinigung reagieren müssen."


Grundstück darf betreten werden

Besorgt sind die Bürger wegen ihres Backofens. Dieser soll saniert werden, wobei 60 Prozent der Kosten von einem Förderprogramm übernommen werden können. "Der Bewilligungsbescheid ist so gut wie fertig", freute sich Gerhard Kraft. Doch die Anwesenden wiesen ihn darauf hin, dass man für die Baumaßnahmen das Grundstück eines Nachbarn betreten müsse, das dieser gerade mit Bändern absperre.
"Wenn notwendige Baumaßnahmen durchgeführt werden müssen, darf das Grundstück betreten werden. Der Besitzer wird vorher darüber informiert", erklärte die Bürgermeisterin. Die Anwesenden hoffen, dass es keinen Streit deshalb geben wird.