von unserer Mitarbeiterin Anke Lau

Lisberg — Wer und wo kann in den Gemeinden Lisberg, Trabelsdorf, Priesendorf und Neuhausen Energie sparen? Welche erneuerbaren Energien können ausgebaut werden? Welche Energiepotenziale gibt es? Lohnt es sich, sein Haus zu dämmen? Und wie kann die Gemeinde möglichst unabhängig von fossilen Brennstoffen werden? Diese und zahlreiche weitere Fragen stellten die rund 50 Teilnehmer der zweiten Informationsveranstaltung zum Energiekonzept der VG Lisberg. Es wird anteilig vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Ziel des Konzeptes ist es, die lokalen Energiepotenziale zu ermitteln, um eine möglichst weitgehende Energieautonomie der Gemeinden zu erreichen.
Eingeladen hatten die Bürgermeister der VG, Maria Beck (CSU) und Michael Bergrab (ÜPL). Gemeinsam mit dem Energiekoordinator Andreas Eichhorn vom Amt für Ländliche Entwicklung, Leonhard Valier vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung, sowie Josef Konradl und André Suck vom Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt (ZREU) erläuterten sie mögliche Maßnahmen, mit denen die Kommune einen weiteren Schritt in Richtung Energie-Autarkie gehen kann. Eine absolute Unabhängigkeit werde es jedoch wohl nie geben, desillusionierte Josef Konradl die Zuhörer.
Mögliche Einsparpotenziale sieht er bei der Kläranlage der VG Lisberg sowie der Schulturnhalle in Priesendorf. Bei beiden können seinen Schätzungen zufolge etwa 30 Prozent Energie eingespart werden. Die Straßenbeleuchtung arbeite schon relativ effizient, hier könnten die Gemeinden maximal noch weitere fünf Prozent einsparen.

Solarenergie auf Vormarsch

Vorläufige Ergebnisse zum Energieverbrauch der beiden Gemeinden sowie Potenziale zur Energieeinsparung und dem Ausbau erneuerbarer Energien stellte André Suck (ZREU) vor. Unabhängig von den derzeit noch unsicheren energiepolitischen Rahmenbedingungen wie der derzeitigen Novellierung des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG) sind umfassende Ausbaupotenziale für eine Nutzung der Solarenergie vorhanden. Auch im Bereich der Energieeinsparung liegen besonders im Bereich der privaten Wohngebäude große Einsparpotenziale beim Wärmebedarf durch Gebäudesanierung vor. Um weitere Informationsveranstaltungen besser planen zu können, konnten die Bürger ihre Ideen, Fragen und Vorschläge einbringen. Vertiefende Informationen wünschten sich viele aus den folgenden Bereichen: Einsparpotenziale in privaten Haushalten, Möglichkeiten und Umsetzung einer Eigenversorgung mit Energie, speziell Photovoltaik unter Berücksichtigung von Speichermöglichkeiten, Einsatzmöglichkeiten von Blockheizkraftwerken, Nahwärme sowie die aktuellen Fördermöglichkeiten.
Abschluss war die Verlosung eines Energiemessgerätes, das an das Unternehmen Albert Metallbau GmbH aus Priesendorf ging. Das Gerät wurde unter den teilnehmenden Firmen einer Gewerbebefragung verlost.