Der engagierte Freundeskreis war mit seiner Wunschbaum-Charity-Aktion auf dem Mitwitzer Weihnachtsmarkt vertreten. Der Erlös von 600 Euro ging an den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Kronach. Interessiert erkundigten sich Lions-Freund Robert Wachter und der Schatzmeister des Lions-Hilfswerks, Peter Gottmann, bei der Spendenübergabe über das Aufgabenfeld des Betreuungsvereins. Dieses besteht - laut Diplom-Sozialpädagogin Carina Huber-Geldner sowie SkF-Vorsitzender Sybille Püttner - insbesondere im Führen gesetzlicher Betreuungen nach dem Betreuungsgesetz und der Beratung ehrenamtlicher gesetzlicher Betreuer.


Meist Frauen

Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung können einen Betreuer erhalten, wenn sie zur Wahrnehmung ihrer Angelegenheiten nicht mehr selbst in der Lage sind. Der Betreuer vertritt die Interessen des Betroffenen im Rahmen von gerichtlich festgelegten Aufgabenkreisen. Ziel sei es, so die Betreuerin Huber-Geldner, Betroffene wieder zu einem selbstbestimmten Leben zu führen. "Wir sind an keine Konfession gebunden und auch geschlechtsneutral", informierte die hauptberufliche Mitarbeiterin. Dennoch seien es meistens Frauen, die Hilfe suchten.
Derzeit laufen zwischen 60 und 65 Betreuungen mehrheitlich im Kronacher Raum. Aufgrund stetig steigender Tendenz habe man das hauptamtliche Personal des SkF Kronach aufgestockt.


"Oftmals unberechtigte Vorurteile"

Die soziale Beratung für Menschen in schwierigen Lebenslagen erfolgt durch ehrenamtliche gesetzliche Betreuer. Zu deren Aufgaben zählen persönliche Gespräche und Informationen. Dabei handelt es sich bei einem Großteil um Sozialhilfeempfänger beziehungsweise Menschen, die Hartz IV beziehen. Leider gebe es über diese oftmals unberechtigte Vorurteile. "Viele von ihnen arbeiten sehr wohl, müssen aber - weil sie Mindestlohn bekommen und der nicht zum Leben ausreicht - aufstocken.
"Auch viele Rentenempfänger können keine großen Sprünge machen", weiß Huber-Geldner. Diese Menschen kämen gerade so über die Runden. Wenn dann aber größere Anschaffungen anstünden, z. B. die Waschmaschine kaputt geht, werde es schwer. Diesen Menschen versuche man - soweit möglich - mit Geld aus staatlichen Mitteln oder auch Stiftungen zu helfen. Große Themen seien der Heizmittelkauf beziehungsweise
-nachzahlungen sowie fehlender billiger Wohnraum. "Die Mieten sind in Kronach stark gestiegen. Es fehlen günstige Sozialwohnungen", so die Betreuerin. Die Lions-Club-Mitglieder zeigten sich tief beeindruckt vom umfangsreichen Hilfsangebot und freuten sich, diese Arbeit mit der Spende unterstützen zu können. hs