von unserer Mitarbeiterin Lena Thiem

Kemmern — Die Ortskernsanierung in Kemmern geht in den letzten großen Bauabschnitt.In der Gemeinderatssitzung stellte Architekt Karl-Heinz Rösch die Planungen vor. Ein Etappensieg zeichnet sich in Sachen Bahnübergangsersatzmaßnahme für Kemmern ab und auch in der gemeindlichen Seniorenarbeit ist der Gemeinderat einen Schritt weitergekommen.
Der Bauabschnitt 5 umfasst vom Ortskern ausgehend die Breitengüßbacherstraße bis zum Feuerwehrgerätehaus. Der Bauabschnitt soll in drei Teilen umgesetzt werden. Der Baubeginn ist bereits für September 2015 vorgesehen.

Das Torhaus als Bodenintarsie

Rösch erklärte das Konzept, das bereits vor 20 Jahren erarbeitet wurde und auch Grundlage der Planungen für die Breitengüßbacherstraße war. Die historisch gewachsene und ländliche Struktur soll hauptsächlich durch heimische Materialien und vielfältige Gestaltung der anliegenden Grünflächen sowie einheitliche Zaungestaltung gestärkt werden. Das historische Torhaus, das 1969 abgerissen worden war, soll nach den Plänen des Architekturbüros als Bodenintarsie mit hochwertigem Muschelkalk gestaltet werden. Die Platzgestaltung soll mit Scheinwerfern, Infotafeln und einer Sitzgruppe aufgewertet werden. Der Leingraben, wo einst ein Wasserlauf zum Ortskern führte, soll als Fuß- und Radweg nutzbar gemacht werden.
In der anschließenden Diskussion brachten die Gemeinderatsmitglieder ihre Bedenken ein. Die wassergebundene Decke, die für den Leingraben geplant ist, wurde kritisiert. Oliver Dorsch (ZfK) fragte, ob der Ausbau des Leingrabens überhaupt nötig sei. Gemeinderäte des UBB und der ZfK drängten darauf, die Meinung der Bürger und der Anwohner vor einer Entscheidung über die Detail-Planungen anzuhören.
Architekt Karl-Heinz Rösch wird die Pläne bei der Bürgerversammlung am heutigen Donnerstag erneut vorstellen. So könne auch die Meinung der Bürger zu den Plänen gehört werden und in die nachfolgenden Entscheidungen des Gemeinderates einfließen.

Zwei Beauftragte für Senioren

Um dem Gemeinderat einen Eindruck von der bestehenden Seniorenarbeit zu verschaffen, stellte Anette Benoit die Arbeit des katholischen Seniorenkreises in Kemmern vor. Diese umfasst regelmäßige Veranstaltungen, Vorträge und Ausflüge, an denen im Durchschnitt 50 bis 60 Senioren teilnehmen. Bei der Erstellung des Jahresprogramms spreche sie sich mit dem katholischen Frauenbund und dem katholischen Männerverein ab, damit es kein Überangebot gibt.
Als Ergänzung zu der bestehenden Seniorenarbeit fehlen Hilfsangebote und Beratung zu Pflege, Anträgen und altersgerechter Wohnraumgestaltung, so Oliver Dorsch (ZfK). Diese sozialrechtlichen Bereiche sollten nicht aus den Augen verloren werden. Auch solle weiterhin geprüft werden, ob ein Pflegeheim, häusliche Pflege oder die Etablierung der Sozialstiftung in Kemmern möglich seien. Alexander Dorsch (ZfK) geht es vor allem darum, gezielt Anlaufstellen zu schaffen, wo sich Menschen vertraulich hinwenden können. Dazu müsse auch die Situation der Senioren erfasst werden, die hilfsbedürftig sind.
Ein gemeindlicher Seniorenbeauftragter könne Beratung, Hilfe und Vermittlung abdecken, findet Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU). Dies wäre eine gute Ergänzung zu dem bestehenden Angebot des katholischen Seniorenkreises. Ursula Mainbauer (UBB) hat sich bereits im August angeboten, als Seniorenbeauftragte der Gemeinde, die Interessen und Anliegen der älteren Generation im Gemeinderat zu vertreten. Der Gemeinderat bestellte schließlich Anette Benoit und Ursula Mainbauer einstimmig zu Seniorenbeauftragten der Gemeinde.

Bundesamt favorisiert Brücke

Bürgermeister Rüdiger Gerst unterrichtete den Gemeinderat über den aktuellen Stand bezüglich der Schienenübergang-Ersatzmaßnahme. Das Eisenbahnbundesamt hat die ihm von der DB Projektbau Bahn vorgelegten Varianten untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass die vorliegende Planungs-Variante mit einer Brücke auf der Gemarkung Kemmern "als einzige realisierbar und wirtschaftlich" sei. Von einer Unterführung der Gleise nahm das Eisenbahnbundesamt Abstand. Dies wäre aufgrund des erhöhten Grundwasserspiegels und des beengten Platzes schwer zu realisieren und in Bau und Unterhalt teuer.

Ein positives Zeichen

Eine Überführung außerhalb der eigenen Gemarkungsgrenze am Kreisel bei Breitengüßbach hatte die Gemeinde Kemmern vehement abgelehnt. Der Gemeinderat wertete die Einschätzung des Eisenbahnbundesamtes als positives Zeichen und deutlichen Fingerzeig.