In der Marktgemneinderatssitzung gab es vor allem unter dem Punkt "Verschiedenes" Diskussionen. Mario Krebs verlas eine Erklärung zum Leserbrief von Waldemar Bug, der in der Samstagsausgabe der Zeitung über den Nationalpark erschienen war. Krebs forderte ihn auf, den Leserbrief zurückzunehmen, vor allem auch deshalb, weil er mit dem Titel "Bürgermeister Waldemar Bug" signiert war.
Dies könne bei den Bürgern den Anschein erwecken, dass die Aussage von Bug die Meinung des Gemeinderats widerspiegele, was jedoch nicht der Fall sei. Krebs forderte dazu auf, das Thema Nationalpark in der nächsten Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung zu nehmen. Außerdem sollten dem Gremium zu diesem Thema Infos gegeben sowie die Bürger mit ins Boot genommen werden.
Bürgermeister Waldemar Bug teilte mit, dass er den Leserbrief sehr bewusst geschrieben habe. Die Bezeichnung "Bürgermeister" sei deshalb eingefügt worden, weil dies nun einmal sein Beruf sei. Er äußerte, dass er selbst keine weiteren Infos zum Nationalpark habe und er darüber auch nicht mehr wüsste als die Gemeinderäte. Daniel Wehner zeigte sich vom Leserbrief Bugs sehr enttäuscht. Zum einen sei dieser nicht abgesprochen gewesen, zum anderen hätte man in diesem Schreiben den Begriff "Bürgermeister" weglassen müssen. "Ich habe den Leserbrief als einen großen Tiefschlag empfunden und ich weiß aus Gesprächen, dass auch viele Gemeinderäte hiervon enttäuscht waren", so Wehner.


Debatte über Nationalpark

"Ich habe den Leserbrief auch deshalb geschrieben, weil von Bürgern an mich schon oft der Wunsch herangetragen wurde, dass ich mich zu diesem Thema äußern soll", erklärte Bug. Dafür, dass er den Leserbrief mit "Bürgermeister" unterzeichnet habe, entschuldigte er sich. Nach kontroverser Diskussion forderte Markus Alles, dass man als Gemeinderat ein Zeichen nach außen setzen sollte, dass man sich seine Gedanken über den Nationalpark macht. "Eine Meinungsfindung hierzu sollten wir auf Tagesordnung in einer der nächsten Sitzungen setzen", forderte er. Man müsse der Öffentlichkeit zeigen, dass der Gemeinderat über die Pläne des Nationalparks auch nicht mehr wisse als der Bürger auf der Straße. "Wenn wir nicht wissen, welche konkreten Änderungen der Nationalpark bringt, dann bringt auch eine Diskussion nichts", so die Meinung Bugs. Dies sei alles nur Stochern im Nebel. Er bot sich aber an, auf die Suche nach einem Referenten zu gehen und es in die Tagesordnung aufzunehmen.
Daniel Wehner meinte, dass man dem Ministerium entgegentreten und zeigen müsse, dass man einen Nationalpark nicht wolle. Das einfachste sei, es auf die Tagesordnung zu nehmen und dann im Gremium darüber abzustimmen. Marion Zehe forderte, dass auch andere Gemeinden mit ins Boot geholt werden müssten.
Bürgermeister Waldemar Bug erwiderte hierauf, dass man sich schon in Gesprächen befinde, die anderen Gemeinden aber auch nicht mehr über das Thema Nationalpark wüssten. Es sei noch nicht einmal ein Abstimmungsmodus gefunden, über den die Entscheidung der Bürger hierüber abgefragt werden soll. Marion Zehe meinte, dass es seltsam sei, dass der Termin über die Entscheidung schon feststehe - nämlich vor der Sommerpause - aber noch nicht, wie genau die Bürger mit ins Boot geholt werden sollen.
Man einigte sich schließlich, dass man das Thema Nationalpark als Diskussionspunkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung nimmt.